Sydney

„Der Burkini bringt Freiheit“

Australische Erfinderin profitiert von Debatten und kämpft für ihr Kleidungsstück

Sydney. Aheda Zanettis Geschäft brummt. Die Erfinderin des Burkinis kann sich derzeit vor Anfragen kaum retten. Die weltweiten Debatten um das umstrittene Kleidungsstück lassen die Nachfrage deutlich steigen. Burkinis – zusammengesetzt aus Burka und Bikini – sind Schwimmanzüge, die alles bis auf das Gesicht der Trägerin verhüllen.

In den vergangenen acht Jahren hat die Australierin Zanetti rund 700.000 Ganzkörperanzüge verkauft. Inzwischen kommen rund 45 Prozent der Bestellungen nach Schätzungen von Aheda Zanetti von Nichtmusliminnen aus aller Welt, wie sie der lokalen Tageszeitung Sydney Morning Herald sagte. Eine Kundin aus Kalifornien schrieb ihr beispielsweise, dass ein Burkini für sie ideal sei, da sie Hautkrebs gehabt habe und deswegen nicht mit einem klassischen Badeanzug an die Sonne gehen könne. Auch in Australien würden viele Badende langärmelige T-Shirts oder Burkinis als Schutz vor der Sonne verwenden, berichtet die 44-jährige Zanetti. Daran würde sich auch niemand stören.

Ein Verbot des von ihr erfundenen Kleidungsstücks hält Aheda Zanetti für „Unsinn.“ Die Leute nehmen „ein Stück Stoff und machen es zum Politikum“. Kritiker behaupten, der Burkini sei ein Symbol für die Unterdrückung der Frauen im Islam. An einigen südfranzösischen Stränden ist das Tragen bereits untersagt.

Zanetti entwickelte den Burkini aus ihren eigenen Erfahrungen heraus. Als Kind sei sie gerne baden gegangen, durfte es aber nur mit langen Gewändern. Weil die aber viel zu schwer und unförmig waren, entwickelte die Designerin einen passenden Anzug – den Burkini. Für sie ging es damals darum, am öffentlichen Leben teilhaben zu können, statt nur zu Hause zu sitzen. Ein Burkini soll laut Zanetti muslimischen Frauen mehr „Freiheit, Flexibilität und Selbstverstrauen“ geben. „Er steht nicht für Elend, Folter und Terror.“

Neueste Panorama Videos

Neueste Panorama Videos

Beschreibung anzeigen