Selbstverteidigung

Warum die Drogeriekette dm jetzt Pfefferspray verkauft

Die Drogeriekette dm bietet seit Juni ihren Kunden auch Pfefferspray an.

Die Drogeriekette dm bietet seit Juni ihren Kunden auch Pfefferspray an.

Foto: imago stock&people / imago/STPP

Neben Shampoo und Zahnpasta steht bei dm neuerdings Pfefferspray im Regal. Die Drogeriekette begründet das mit Wünschen der Kunden.

Berlin.  Ein neues Produkt in den Regalen von dm ruft Kritik hervor: Die Drogeriemarktkette hat Ende Juni Pfefferspray in ihr Sortiment aufgenommen. Bereits seit Mai können Kunden das „Ballistol Pfeffer KO FOG“ (5,95 Euro, 40 Milliliter) online über die Webseite des Unternehmens bestellen. Es gab „vermehrt Anfragen von Kundinnen“, die das Spray „ in gewohnter Einkaufsumgebung kaufen wollten“, sagte dm-Geschäftsführer Sebastian Bayer dem „Tagesspiegel“.

In der Produktbeschreibung heißt es, das Spray sei ein zuverlässiger „Schutz gegen Angriffe und ist gegen alle Arten von Tieren“. In der Praxis wird es allerdings vor allem gegen Menschen eingesetzt. Und daran entzündet sich Kritik. Der dm-Konkurrent Rossmann will laut eigenen Angaben ähnliche Produkte nicht anbieten. „Bei uns gibt es keine Schlagstöcke, keine Pistolen und auch kein Pfefferspray, solche Produkte überlassen wir lieber dem Fachhandel“, sagte ein Unternehmenssprecher dem Blatt. Er kritisierte zudem, dass es sich bei dem offiziell zur Abwehr von aggressiven Tieren gedachten Spray „im Grunde um ein Menschenabwehrspray“ handele.

Auch Ingo Meinhard, der Geschäftsführer des Verbands Deutscher Büchsenmacher und Waffenfachhändler, hat Bedenken. Er betont, dass es für den Einsatz eines Selbstverteidigungsmittels wie Pfefferspray eine gute Beratung bräuchte. Fachhändler verzeichnen seit den Übergriffen in Köln in der Silvesternacht eine verstärkte Nachfrage nach Pfeffersprays. (les)

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