Messerangriff

Deutscher greift Zugreisende in Österreich mit Messer an

In Österreich ist es erneut zu einem Messerangriff auf Fahrgäste eines Zuges gekommen. Laut Polizei ist Täter geistig beeinträchtigt.

Am Bahnhof Sulz-Röthis (Österreich) konnten Polizisten einen Angreifer in einem Regionalzug festnehmen.

Am Bahnhof Sulz-Röthis (Österreich) konnten Polizisten einen Angreifer in einem Regionalzug festnehmen.

Foto: Dietmar Mathis / dpa

Bludenz.  Ein Mann hat am Dienstagmorgen in einem österreichischen Regionalzug mehrere Fahrgäste mit einem Messer angegriffen. Gegen 6.35 Uhr war der 60-jährige Deutsche zwischen den Orten Bludenz und Feldkirch in Vorarlberg auf zwei Zugreisende losgegangen. Nach Angaben der Polizei ist der Angreifer geistig verwirrt.

Bei dem Angriff erlitt ein 19-Jähriger einen Stich in den Bauch. Ein 17-Jähriger wurde am Hals verletzt. Der Polizei gelang es nach der Einfahrt des Zugs in den Bahnhof Sulz, den 60-Jährigen noch im Zug auch mit Hilfe von Pfefferspray zu überwältigen und festzunehmen. Wie die Polizei am Dienstagnachmittag mitteilte, hatte der 60-Jährige die Mitreisenden angegriffen, weil er sich durch die Handys anderer Fahrgäste bedroht gefühlt habe.

Fahrgäste standen unter Schock

Der Lokführer hatte sofort die Polizei alarmiert. Bei der Festnahme half ein 22 Jahre alter Reisender, der sich dabei leicht an der Hand verletzte. Die Fahrgäste standen unter Schock und wurden psychologisch betreut.

Nach Angaben von Landespolizeidirektor Hans-Peter Ludescher hatte der 60-Jährige Unterlagen dabei, die auf „größere psychische Probleme“ schließen ließen. Informationen aus Deutschland hätten diesen Verdacht bestätigt. Die Tat sei aus „einer geistigen Beeinträchtigung“ heraus begangen worden, es gebe weder ein politisches noch ein religiöses Motiv, sagte Ludescher.

Weiterer Angriff nur wenige Kilometer entfernt

Erst am Samstag hatte ein 27-Jähriger in einem Zug im schweizerischen Salez mehrere Menschen mit einem Messer und einem Brandsatz attackiert. An den Folgen starben eine 34 Jahre alte Frau und der Täter selbst. Sulz ist nur rund 20 Kilometer von Salez entfernt. Einen Zusammenhang mit dieser Tat schlossen die Behörden aber aus. Das Motiv des Angreifers in Salez war nach Schweizer Polizeiangaben auch am Dienstag noch unklar. (dpa)