Erderwärmung

Noch nie war es so heiß – Der Juli 2016 brach alle Rekorde

Der Juli 2016 hatte es in sich: Noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war ein Monat so heiß. Das liegt auch am Klimawandel.

Ausgetrocknete und verdörrte Flächen wie hier im Hochland Boliviens breiten sich immer mehr aus. Die Erderwärmung hat nun einen Rekordstand erreicht.

Ausgetrocknete und verdörrte Flächen wie hier im Hochland Boliviens breiten sich immer mehr aus. Die Erderwärmung hat nun einen Rekordstand erreicht.

Foto: Georg Ismar / dpa

Berlin.  Da mag man sich hierzulande noch so ärgern über den schlappen Sommer – weltweit gesehen hat der Juli 2016 alle Wärmerekorde gebrochen: Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1880 war es im Monatsvergleich noch nie so heiß.

Wie die US-Weltraumbehörde Nasa jetzt berichtete, lag die globale Durchschnittstemperatur im Juli um 0,84 Grad Celsius über dem Wert aller Julis der Jahre 1950 bis 1980. Die Temperatur habe somit noch über den beiden bisherigen Rekordmonaten Juli 2011 und Juli 2015 gelegen. Das schrieb der führende Nasa-Klimaforscher Gavin Schmidt auf Twitter.

Damit setzte sich im Juli ein Trend fort. Denn bereits in der gesamten ersten Jahreshälfte hatten die durchschnittlichen Temperaturen der einzelnen Monate über den jeweiligen Rekordwerten früherer Monate gelegen, wie „abcnews.com“ berichtet. Das erste Halbjahr 2016 war laut den Aufzeichnungen der Nasa das wärmste Halbjahr seit 1880. Im Schnitt lag die Temperatur um 1,3 Grad Celsius über den damaligen.

„Die Erde erwärmt sich schneller als wir dachten“

Zuvor hatte bereits die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) davor gewarnt, dass sich die Erde immer mehr aufheizt. Ihren Berechnungen zufolge dürfte 2016 das bisher heißeste Jahr werden, so die UN-Organisation. „Was wir in den ersten sechs Monaten 2016 gesehen haben, ist sehr besorgniserregend“, sagte David Carlson, Forschungsdirektor am WMO. „Das lässt darauf schließen, dass sich die Erde schneller erwärmt, als wir bisher angenommen haben. Wir haben nicht so viel Zeit, wie wir dachten.“

Wissenschaftler sehen in dem durch Menschen verursachten Klimawandel eine Ursache für den Temperaturanstieg. Doch dies ist es offenbar nicht allein. Hinzu kommt nämlich nach Einschätzung von Experten seit einigen Monaten El Niño: eine alle paar Jahre auftretende, zeitweilige Erwärmung des Pazifischen Ozeans. Das Phänomen sorgt dafür, dass sich das Wetter auf der gesamten Erde verändert und führt außerdem zu extremen Wetterbedingungen.

El Niño sorgt für extreme Dürre in Mittelamerika

So leiden aktuell Millionen Menschen in Zentralamerika unter einer starken Dürre, die Forscher auch auf El Niño zurückführen. Laut einer Meldung des Frühwarnsystems für Ernährungssicherheit FEWS NET sind vor allem Menschen in Guatemala und Honduras von der Krise betroffen. Die in den Sommermonaten in Teilen Mittelamerikas regelmäßig auftretende Dürre hat in diesem Jahr extreme Ausmaße erreicht. (W.B./dpa)