IS-Sympathisantin

Ermittlern war Polizei-Angreiferin schon früher bekannt

Ein Bundespolizist war Ende Februar von einer 15-Jährigen angegriffen worden. Der Angriff ereignete sich unweit der Dienststelle der Bundespolizei am Bahnhof in Hannover.

Ein Bundespolizist war Ende Februar von einer 15-Jährigen angegriffen worden. Der Angriff ereignete sich unweit der Dienststelle der Bundespolizei am Bahnhof in Hannover.

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Nach einer Messerattacke einer 15-Jährigen auf einen Polizisten werden immer mehr Hintergründe bekannt. Ein Video steht dabei im Fokus.

Hannover.  Bereits vor der Messerattacke einer 15-jährigen IS-Sympathisantin auf einen Bundespolizisten in Hannover soll die Jugendliche für Sicherheitsbehörden kein unbeschriebenes Blatt gewesen sein. Wie die Polizei in Hannover mitteilte, hatte ein Beamter des niedersächsischen Staatsschutzes schon länger von einer Verbindung der Jugendlichen zum Hassprediger Pierre Vogel gewusst.

Der Beamte habe ein Video, das Safia S. 2008 mit Vogel zeigt, schon vor der Tat Ende Februar gekannt. Er habe darüber aber nicht mit seinen Vorgesetzten gesprochen, sondern nur mit einem Kollegen vom Landeskriminalamt.

Untersuchungsausschuss will Hintergründe ermitteln

Interne Prüfungen sollen nun klären, wann der Beamte tatsächlich Kenntnis von dem Video bekam, welche Maßnahmen er ergriff und ob er Vorgesetzte wissentlich falsch informierte, teilte die Polizei mit.

Mögliche Sicherheitslücken im Kampf der Behörden gegen den Islamismus beschäftigen einen Untersuchungsausschuss des niedersächsischen Landtags. Sowohl der Polizeipräsident als auch der Leiter des Staatsschutzes hatten dort ausgesagt, dass die Polizei erst nach der Attacke auf das Video gestoßen sei. Nun steht fest, dass ein Sachbearbeiter des Staatsschutzes das Video schon vorher kannte.

Die Deutsch-Marokkanerin Safia S. hatte einem Bundespolizisten Ende Februar bei einer Personenkontrolle ein Messer in den Hals gerammt und ihn dabei schwer verletzt. Sie sitzt in Untersuchungshaft. Nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft sympathisierte sie schon Monate vorher mit der Terror-Vereinigung Islamischer Staat (IS). (dpa)

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