TV-Recherche

Kölner Polizistin kündigt nach heimlichen Aufnahmen für RTL

Bei der Kölner Polizei sorgte der „Lauschangriff“ einer Kollegin für große Unruhe. Mit ihrer Kündigung will die 26-jährige Beamtin offenbar ihrer Entlassung zuvorkommen.

Bei der Kölner Polizei sorgte der „Lauschangriff“ einer Kollegin für große Unruhe. Mit ihrer Kündigung will die 26-jährige Beamtin offenbar ihrer Entlassung zuvorkommen.

Foto: Oliver Berg / dpa

Anfang August war eine Kölner Polizistin aufgeflogen, die für den TV-Sender RTL Aufnahmen machte. Nun hat die 26-Jährige gekündigt.

Köln.  Eine Kölner Polizistin, gegen die wegen heimlicher Recherchen im Dienst ermittelt wird, hat ihre Kündigung eingereicht. Das Schreiben sei im Polizeipräsidium eingegangen, bestätigte eine Sprecherin am Montag entsprechende Medienberichte. Die 26-jährige Beamtin soll während der Arbeit über mehrere Wochen hinweg heimlich Ton- und Bildaufnahmen für den TV-Sender RTL gemacht haben.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Polizistin wegen des Verdachts der Verletzung von Privatgeheimnissen. Polizeipräsident Jürgen Mathies hatte gegen die suspendierte Beamtin ein Entlassungsverfahren eingeleitet. Mit ihrer Kündigung wollte die 26-Jährige nun offenbar ihrer Entlassung zuvorkommen.

Recherche zu Arbeitsbedingungen der Polizei

Ermittelt wird in dem Fall auch gegen eine RTL-Journalistin und einen Kameramann – wegen Beihilfe und Anstiftung. Gegen den Privatsender RTL selbst laufen keine strafrechtlichen Untersuchungen. Dieser wollte nach eigenen Angaben mit den Recherchen Einblicke in die polizeilichen Arbeitsbedingungen bekommen, nachdem es Insider-Hinweise auf Stress, Übergriffe und Respektlosigkeit gegenüber den Beamten gegeben habe.

Die Polizistin und das Reporterteam waren Anfang August aufgeflogen. Beamten einer Hundertschaft war am Kölner Hauptbahnhof ein Mann aufgefallen, der offenbar versuchte, Fotos von den Polizisten zu machen. Als sie den Mann kontrollierten, stellten die Beamten fest, dass der Reporter in direktem Kontakt mit ihrer Kollegin stand. Die Polizistin war verkabelt und trug eine stecknadelkopfgroße Kamera an ihrer Uniform. (dpa)

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