Großeinsatz

Attacke im Schweizer Zug: Tatverdächtiger gestorben

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Bei der Attacke in Salez, Schweiz, hat ein Mann mehrere Menschen verletzt.

Bei der Attacke in Salez, Schweiz, hat ein Mann mehrere Menschen verletzt.

Foto: Gian Ehrenzeller / dpa

Die Attacke auf Reisende in einem Zug hat wohl keinen terroristischen Hintergrund. Eine Frau und der Verdächtige sind nun gestorben.

St. Gallen.  Einen Tag nach der Flammen-Attacke in einem Schweizer Zug ist auch der tatverdächtige Mann gestorben. Das teilte die Polizei am Sonntag mit. Die Attacke auf mehrere Zugpassagiere in der Schweiz hat indes nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei wohl keinen terroristischen Hintergrund. „Man kann noch nichts ausschließen, aber der Gedanke ist ganz weit entfernt“, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Die Behörden wollten gegen Mittag das Ergebnis der bisherigen Ermittlungen bekanntgeben. Der Tatverdächtige und eines seiner Opfer schwebten am Sonntag weiter in Lebensgefahr. „Ihr Zustand ist sehr kritisch“, so die Polizei.

Der 27-jährige Schweizer hatte am Samstagnachmittag in einem Zug im Kanton St. Gallen mit einem Brandsatz und einem Messer sechs Passagiere schwer verletzt. Auch er selbst erlitt schwerste Brandverletzungen. Der Lokführer hatte nach dem Brandalarm noch besonnen den Zug in den nächsten Bahnhof gefahren und hatte nicht sofort auf freier Strecke gestoppt. Das erleichterte laut Polizei die Rettungsarbeiten erheblich. 50 bis 60 weitere Zugpassagiere wurden von Notfall-Teams psychologisch betreut.

Eine Verletzte gestorben

Einen Tag nach dem Angriff ist eine 34-jährige Frau gestorben. Sie sei ihren schweren Verletzungen erlegen, teilte die Polizei mit.

Die Attacke in der Südostbahn hatte sich gegen 14.20 Uhr kurz vor dem Bahnhof Salez ereignet. Der Täter hatte in einem Waggon eine brennbare Flüssigkeit ausgeschüttet, die sich entzündete. Außerdem ging er mit einem Messer auf die Passagiere los. Bei den Verletzten handelt es sich um den mutmaßlichen Täter sowie um einen 17- und einen 50-jährigen Mann, um drei Frauen im Alter von 17, 34 und 43 Jahren sowie um ein sechsjähriges Kind.

Der 27-jährige Verdächtige mit laut Polizei „typisch schweizerischen Namen“ ist in einem Schweizer Kanton gemeldet. Die Polizei durchsuchte noch am Abend sein Haus.

Nach der Einfahrt des Zuges und dem Öffnen der Türen barg laut Behörden ein auf dem Bahnsteig stehender Mann einen der Schwerverletzten sofort aus dem stark rauchenden Waggon und leistete Erste Hilfe. Wie sich herausstellte, handelte es sich bei dem Verletzten um den Tatverdächtigen.

Der Helfer erlitt bei der Aktion eine leichte Rauchvergiftung, konnte das Krankenhaus inzwischen aber wieder verlassen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt unter anderem wegen schwerer Körperverletzung und Brandstiftung.

Die Attacke in Salez stellt das bisherige Einsatzkonzept von Bahnsicherheitsfirmen infrage. Martin Graf, Geschäftsführer der Sicherheitsfirma Securitrans, sagte der Zeitung „Schweiz am Sonntag“, dass eine Ausweitung der Bahnhofpräsenz von Sicherheitsbeamten auf 24 Stunden ausgedehnt werden solle.

Der Vorfall weckt Erinnerungen an den Anschlag von Würzburg vom 18. Juli. Dort hatte ein 17-jähriger Flüchtling in einem Regionalzug mehrere Menschen mit einer Axt und einem Messer schwer verletzt - darunter eine Touristenfamilie aus Hongkong. In einem Video bekannte er sich zur Terrormiliz IS. Spezialkräfte der Polizei erschossen den jungen Mann kurz nach der Tat. (dpa)

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