Marseille/Funchal

Feuer wütet auch in Frankreich

Zahlreiche Brände in Südeuropa – auf Madeira hat sich die Lage etwas beruhigt

Marseille/Funchal.  Trockenheit und Hitze sorgen in vielen Gegenden in Südeuropa für verheerende Brände. Inzwischen ist auch die südfranzösische Region um die Metropole Marseille betroffen. Mehr als 2000 Hektar Land seien verwüstet worden, sagte Innenminister Bernard Cazeneuve. Die Feuerwehr erklärte gegen Mitternacht, die Situation in der Region sei stellenweise „außer Kontrolle“. Demnach kämpften etwa 1800 Feuerwehrleute gegen die Flammen, unterstützt wurden sie von rund 400 Polizisten. In der nahe Marseille gelegenen Kleinstadt Vitrolles mussten Anwohner vor dem Feuer in Sicherheit gebracht werden. Die Behörden suchen mittlerweile nach Brandstiftern. „Wir sind mit mehreren Bränden konfrontiert, einige haben einen kriminellen Ursprung, und wir werden die Urheber finden“, sagte Staatspräsident François Hollande.

Etwas beruhigt hat sich die Lage auf der portugiesischen Atlantikinsel Madeira. Die meisten der mehr als 1000 Bewohner und Urlauber, die in der Hauptstadt Funchal evakuiert werden mussten, konnten am Donnerstag in ihre Häuser und Hotels zurückkehren. Im bergigen Hinterland brannte es aber noch an mehreren Fronten. Ein Abflauen des Windes, sinkende Temperaturen und steigende Luftfeuchtigkeit halfen aber der Feuerwehr, die Lage unter Kontrolle zu bekommen.

Heftiger Sturm hatte dafür gesorgt, dass ein Waldbrand am Rande Funchals bis in die Stadt getragen wurde und dort vorübergehend für Angst und Panik sorgte. Mindestens drei Menschen waren in Funchal umgekommen, mehr als 300 vor allem durch Rauchvergiftungen verletzt worden. Ein Hotel war ausgebrannt. Der portugiesische Fußballstar Cristiano Ronaldo, der in Funchal geboren wurde, versprach seiner Heimatinsel, aus eigener Tasche finanzielle Hilfe zu leisten.

Auch auf dem portugiesischen Festland loderten am Donnerstag Dutzende Waldbrände. Der Zivilschutz sprach von einem „der schlimmsten Sommer der vergangenen Jahre“. Vor allem der Norden war betroffen. Insgesamt waren landesweit nach Medienberichten mehr als 5000 Feuerwehrleute im Einsatz.