Waldbrände

Verdacht auf Brandstiftung bei Feuer in Südfrankreich

Nach den gefährlichen Waldbränden nahe Marseille suchen die Behörden nach Brandstiftern. Ein Verdächtiger wurde bereits festgenommen.

Ein französischer Feuerwehrmann wird nördlich von Marseille von Rauch eingehüllt.

Ein französischer Feuerwehrmann wird nördlich von Marseille von Rauch eingehüllt.

Foto: PHILIPPE LAURENSON / REUTERS

Marseille.  Schwere Waldbrände haben im Süden Frankreichs rings um die Großstadt Marseille zu massiven Schäden geführt. Mehr als 3300 Hektar Land wurden dort verwüstet. Die Behörden gehen inzwischen von Brandstiftung aus.

„Wir sind mit mehreren Bränden konfrontiert, einige haben einen kriminellen Ursprung, und wir werden die Urheber finden“, sagte Staatspräsident François Hollande am Donnerstag bei einem Besuch im zentralfranzösischen Tulle, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete. Bereits am Mittwoch war ein Verdächtiger in Vitrolles nahe Marseille in Polizeigewahrsam genommen worden.

Sämtliche Kräfte des Zivilschutzes im Einsatz

Die Feuerwehr erklärte zwischenzeitlich, die Situation in der Region sei stellenweise „außer Kontrolle“. Demnach kämpften etwa 1800 Feuerwehrleute gegen die Flammen, unterstützt wurden sie von rund 400 Polizisten.

Nach Angaben des französischen Innenministeriums wurden sämtliche Kräfte des Zivilschutzes und jede verfügbare Unterstützung aus der Luft mobilisiert. Vier Feuerwehrleute wurden demnach im Einsatz verletzt, drei von ihnen schwer. Zudem wurden mehrere Häuser und Autos durch die Flammen zerstört, wie auf Bildern örtlicher Medien zu sehen war.

In der nahe Marseille gelegenen Kleinstadt Vitrolles mussten Anwohner vor dem Feuer in Sicherheit gebracht werden. Böen mit Windgeschwindigkeiten von über 100 Stundenkilometern fachten die Flammen immer wieder an und erschwerten die Löscharbeiten, wie die Stadtverwaltung mitteilte.

Am Flughafen Marseille wurden mehrere Flüge gestrichen, um Löschflugzeuge starten zu lassen. Am frühen Morgen teilte die Stadtverwaltung dann über Twitter mit, die zweitgrößte Stadt des Landes werde infolge eines Wetterumschwungs und niedriger Temperaturen nicht länger durch die Flammen bedroht. (dpa)