Luftfahrt

Drohne kam Lufthansa-Airbus bei Landeanflug bedrohlich nahe

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Drohnen werden immer öfter zum Problemfall. So wie jetzt, als eines der Fluggeräte einem Lufthansa-Airbus sehr nahe kam.

Drohnen werden immer öfter zum Problemfall. So wie jetzt, als eines der Fluggeräte einem Lufthansa-Airbus sehr nahe kam.

Foto: Patrick Pleul / dpa

Fastzusammenstoß in der Luft: Am Flughafen München näherte sich eine Drohne einer landenden Airbus-Maschine bis auf wenige Meter.

Schwabhausen.  Schrecksekunde in 1700 Metern Höhe: Eine Drohne ist einem Lufthansa-Airbus beim Anflug auf den Münchner Flughafen gefährlich nahe gekommen. In nur etwa zehn Meter Entfernung bemerkte der Pilot des mit mehr als 110 Menschen besetzten Passagierflugzeugs am Donnerstagabend plötzlich das Fluggerät, wie die Polizei mitteilte.

Der Zwischenfall ereignete sich in etwa 1700 Metern Höhe über der Gemeinde Schwabhausen bei Dachau. Der Airbus A 321 kam nach Angaben eines Lufthansa-Sprechers aus Frankfurt am Main, an Bord seien 108 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder gewesen.

Drohne hatte 50 Zentimeter Durchmesser

Die mit vier Rotoren ausgestattete Drohne sei nur etwa zehn Meter neben der rechten Flügelspitze des Airbus unterwegs gewesen, teilte das Polizeipräsidium Oberbayern Nord mit. Nach Angaben des Piloten habe die Drohne einen Durchmesser von etwa 50 Zentimeter gehabt. Im Falle einer Kollision wäre die Sicherheit der Passagiere erheblich gefährdet gewesen, betonte die Polizei unter Berufung auf die Airbus-Crew. Eine Annäherung an Luftfahrzeuge aller Art sei „nicht nur überaus gefährlich, sondern auch verboten“.

Wer für den Flug der Drohne verantwortlich ist, war auch am Samstag laut Polizei noch unklar. Die Beamten hoffen jetzt auf mögliche Zeugen, die den Drohnenlenker zur Tatzeit am Donnerstagabend beobachtet haben könnten: „Wir hoffen, dass jemand in dem Bereich etwas bemerkt hat“, sagte ein Polizeisprecher. Auf den Unbekannten warten Ermittlungen wegen gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr.

Experte: Drohnen sind gefährlicher als Vögel

„Eine Drohne hat da nichts zu suchen“, betonte Lufthansa-Sprecher Michael Lamberty am Samstag. Es sei richtig, dass die Ermittler dem Vorfall von Donnerstagabend jetzt nachgingen.

Drohen können nach Expertenmeinung ein Triebwerk im schlimmsten Fall in Brand setzen. „Drohnen sind gefährlicher als Vögel“, sagte Axel Raab, der die Pressestelle der Deutschen Flugsicherung leitet. Eine Drohne sei aus Kunststoff und Metall und könne daher unter Umständen einen größeren Schaden im Triebwerk anrichten. „Das Flugzeug kann zwar auch mit einem Triebwerk weiterfliegen, aber es hat nicht umsonst zwei Triebwerke. Das ist auf jeden Fall sicherer.“

Auch in Deutschland benutzen immer mehr Menschen die kleinen, ständig billiger werdenden Drohnen. Allerdings muss ein Drohnenpilot sein Fluggerät jederzeit ohne Hilfsmittel sehen können – also ohne Fernglas oder Nachtsichtgerät. Die maximale Flughöhe darf 100 Meter nicht übersteigen. Bemannten Luftfahrzeugen muss ein Drohnenpilot stets ausweichen. (dpa)

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