Festival

Iron Maiden bringen in Wacken die Kuhweide zum Beben

Musikalischer Höhepunkt in Wacken: Die Kultband Iron Maiden brachte am Eröffnungstag Fans zum Jubeln. Doch vereinzelt gab es Kritik.

Wacken.  Mit härteren Tönen als am Eröffnungstag ist das Heavy-Metal-Festival in Wacken in den zweiten Tag gestartet. Bands wie die schwedischen Trash-Metal-Helden von The Haunted rockten am frühen Freitagvormittag lautstark eine der Hauptbühnen. Tausende Fans feierten trotz wiederkehrender Regengüsse mit. Zum ersten Mal sind beim 27. Wacken Open Air (W:O:A) alle acht Bühnen geöffnet. Am Abend sollte die vor allem bei jüngeren Fans beliebte britische Metalcore-Band Bullet For My Valentine auftreten.

Einen musikalischen Höhepunkt gab es bereits am ersten Festival-Tag am Donnerstag: den Auftritt der Kultband Iron Maiden. Die Metal-Legenden brachten auf der Hauptbühne die Kuhweide zum Beben und die Menge zum Jubeln. „Die Sound-Qualität hätte etwas besser sein können, es war einfach zu leise“, sagt Headbanger Lukas Litwin aus Bochum. Die in diesem Jahr verschärften Sicherheitsbedingungen würde der 27-Jährige das nächste Mal wieder streichen. „Das war zu übertrieben“, sagt er. Denn auf dem Festival-Gelände herrscht als Reaktion auf die jüngsten Gewalttaten in Ansbach, München und Würzburg ein Rucksack- und Taschenverbot.

Ben Grapentin stört das wenig. Der 20-Jährige feiert zum ersten Mal in Wacken mit. „Es ist besser, als ich es mir vorgestellt habe“, sagt er. Sein Bruder Andreas gehört dagegen schon seit drei Jahren zur Wacken-Community. Neben Iron Maiden begeistern sich die beiden vor allem für die Metal-Bands Blind Guardian, Dragonforce und Saxon. Alles andere sei aber auch „geil“.

Betrunkener fuhr Klohäuschen um

Wenn sich mehr als 75.000 Menschen zu den 1800 Einwohnern des kleinen Ortes gesellen, dann verdienen viele Bewohner Wackens an dem Hype mit. Andere sind einfach nur stille Beobachter des Spektakels. So wie eine Bewohnerin der Wackener Hauptstraße. „Die Tage ist es zwar sehr laut hier, doch die Metal-Fans sind alle wirklich friedlich“, sagt die Seniorin.

Eine Einschätzung, die auch von der Polizei geteilt wird. Wie auf vielen Festivals sei auch in Wacken der Alkoholkonsum hoch, dennoch habe es glücklicherweise bisher keine schlimmen Zwischenfälle gegeben, sagt ein Sprecher der Polizei. Lediglich ein Betrunkener habe am Mittwoch mit 2,23 Promille ein Klohäuschen umgefahren.

Über einen bisher fast einwandfreien Ablauf freuen sich auch die Veranstalter. „Das Wetter könnte etwas besser sein, aber prinzipiell sind wir sehr zufrieden“, sagt eine Sprecherin. Wiederkehrende Regenschauer verwandeln das Festival-Gelände und die Campingplätze immer wieder in Schlammlandschaften. Das Ergebnis: Lange Staus am Anreisetag, steckengebliebene Autos und jede Menge Schlammschlachten. „Ohne Matsch kein Wacken“, twittert ein Festival-Besucher. (dpa)