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Terroranschläge dämpften Reiselaune der Deutschen kurzzeitig

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Ein leerer Strand im türkischen Antalya. Terroranschläge verunsichern die Deutschen, wenn es um ihre Urlaubsreisen geht.

Ein leerer Strand im türkischen Antalya. Terroranschläge verunsichern die Deutschen, wenn es um ihre Urlaubsreisen geht.

Foto: Marius Becker / dpa

Die Deutschen sind laut einer Studie grundsätzlich in Reiselaune. Doch Terror und politische Turbulenzen sorgen für Verunsicherung.

Berlin.  Terroranschläge haben die Reiselust der Bundesbürger zum Jahresbeginn gedämpft. Nach einer Befragung der GfK-Konsumforscher sank unter dem Eindruck der Anschläge von Paris, Brüssel und Istanbul die Bereitschaft, in Trips im In- und Ausland zu investieren.

Im Laufe des ersten Halbjahres kehrte die Reiselaune wieder zurück, wie aus dem Barometer des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) hervorgeht. Die Befragung fand im Juni vor dem Anschlag in Nizza mit 84 Toten, den beiden Attentaten in Bayern und dem gescheiterten Putsch in der Türkei statt.

Deutsche lassen sich die Lust am Reisen nicht nehmen

Der bisherige Verlauf bis Mitte des Jahres bestätigt aus Sicht des BTW aber die Annahme, „dass die Reiselaune nach einer krisenbedingten Verunsicherung relativ schnell wieder an Fahrt aufnimmt“. Die generelle Lust am Reisen ließen sich die Deutschen nicht nehmen, erklärte BTW-Präsident Michael Frenzel. Positiv wirken die historisch gute Lage auf dem Arbeitsmarkt, die niedrige Inflation und daraus resultierende Einkommenszuwächse.

Die Zahl der Reisetage sank von Januar bis April gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,8 Prozent. Alleiniger Grund waren dem BTW zufolge Rückgänge bei Tagesausflügen: „Die Bilder von den Anschlägen in europäischen Städten haben die Menschen in den folgenden Tagen und Wochen bei spontanen Ausflügen in Städte zögern lassen.“ Hinzu kamen Schneemangel in Skigebieten und Wetterturbulenzen in der Karnevalssaison – einige Umzüge wurden abgesagt. Die Zahl der Reisetage mit Übernachtungen stieg dem BTW zufolge.

Bisher gibt es keine Stornowelle

Wie sich die mutmaßlich islamistischen Attentate von Würzburg und Ansbach auf den Tourismus in Deutschland auswirken, ist der Branche zufolge noch schwer abzuschätzen. Aktuell sei bei den Mitgliedern des Bundesverbandes der Deutschen Incoming-Unternehmen (DIU) keine Stornowelle von Gästen aus dem Ausland bekannt, hieß es beim DIU. Der Verband vertritt Tourismusunternehmen, die mit Veranstaltern im Ausland zusammenarbeiten und ihnen Produkte für den deutschen Markt anbieten.

Bei den Fluggesellschaften Lufthansa und Easyjet ließen die Terroranschläge in Europa bereits Umsätze und Gewinne schmelzen. Beide Unternehmen berichteten vergangene Woche von Problemen in Folge der jüngsten Attentate sowie der politischen Instabilität in der Türkei und im Nahen Osten. Nach einem starken Jahresbeginn hätten die Vorausbuchungen vor allem auf Langstreckenverbindungen nach Europa deutlich nachgelassen, erklärte Lufthansa.

Der BTW-Tourismusindex wird zweimal im Jahr veröffentlicht. Grundlage ist unter anderem der monatliche GfK-Konsumklimaindex, für den etwa 2000 Verbraucher befragt werden. (dpa)

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