Unfall

Britisches Atom-U-Boot stößt mit Tankschiff zusammen

Vor Gibraltar ist das britische Atom-U-Boot HMS Ambush mit einem Tankschiff kollidiert. Der Reaktor soll nicht beschädigt worden sein.

Das Atom-U-Boot HMS Ambush bei einer Testfahrt 2012 vor Schottland. In der Meerenge vor Gibraltar kam es jetzt zu einem Unfall mit einem Tankschiff.

Das Atom-U-Boot HMS Ambush bei einer Testfahrt 2012 vor Schottland. In der Meerenge vor Gibraltar kam es jetzt zu einem Unfall mit einem Tankschiff.

Foto: imago stock&people / imago/ZUMA Press

Gibraltar.  Sie gilt als das modernste Atom-U-Boot der britischen Navy, doch in diesem Fall scheinen Technik und Crew versagt zu haben: Die HMS Ambush ist am Mittwoch in der Straße von Gibraltar mit einem Tankschiff zusammengestoßen. Wie das britische Verteidigungsministerium und die Royal Navy mitteilten, soll das U-Boot äußere Schäden davongetragen haben, der Reaktor sei jedoch nicht beschädigt worden. Alle Crewmitglieder seien unverletzt.

„Gegen 13.30 Uhr Ortszeit war die HMS Ambush, ein U-Boot der Astute-Klasse, für eine Übung in der Meerenge abgetaucht, als es zum Zusammenstoß kam“, heißt es in der Mitteilung. Das gerammte Tankschiff soll unbeschädigt geblieben sein. Die genauen Ursachen für den Unfall seien bisher unklar, Ermittlungen zum Vorfall seien aber eingeleitet. Das Boot ging am Mittwochabend vor Gibraltar vor Anker, wo es näher begutachtet werden sollte. Wie britische Medien berichten, wurde bei der Kollision der Turm der HMS Ambush beschädigt, als das U-Boot auftauchen wollte.

Spanien fordert Erklärung von Großbritannien

Nach dem Unfall hat Spanien von London „dringende Erklärungen“ verlangt. Man habe in einem Schreiben an die britische Botschaft in Madrid „Informationen zum Ausmaß des Schadens und sonstige wichtige Angaben, die mit dem Ereignis in Verbindung stehen“ angefordert, teilte das Madrider Außenministerium am Donnerstag mit.

Die HMS Ambush steht seit 2013 im Dienst der Royal Navy. Sie ist ausgerüstet mit Tomahawk-Raketen und Torpedos und kostete fast zwei Milliarden Euro. Seit Ende Juni war sie vor Gibraltar unterwegs. Das Überseegebiet an der Südspitze der Iberischen Halbinsel gehört zur britischen Krone. Die Einwohner der 30.000-Einwohner-Enklave sowie spanische Bürger haben bereits mehrfach gegen Operationen mit Atom-U-Booten vor ihrer Küste protestiert.

Nicht der erste U-Boot-Unfall für die Royal Navy

Auch Gibraltar selbst belastet seit langem die spanisch-britischen Beziehungen. Seit mehr als drei Jahrhunderten erhebt Madrid Ansprüche auf das knapp sieben Quadratkilometer kleine Territorium im Süden der iberischen Halbinsel, das Großbritannien 1713 im Vertrag von Utrecht zugesprochen worden war. Nach dem Brexit-Entscheid der Briten schlug Spanien eine „geteilte Souveränität“ vor.

Schon früher musste die Royal Navy Unfallschäden an ihren U-Booten melden. 2015 wurde etwa die HMS Talent, ein U-Boot der Trafalgar-Klasse aus den 80er-Jahren, beschädigt, als sie auf Eis geschlagen war, während sie ein russisches Marineboot beschattete. 2010 lief die HMS Astute vor der Isle of Skye auf Grund, kurz nachdem sie offiziell in Betrieb genommen worden war. (cho/dpa)