Monster-Satire

Pegidoof, Ledahos & Co.: Zeichner erfindet deutsche Pokémon

Über „Pokémon Go“-Spieler wird schon gewitzelt. Nun hat ein Zeichner Pokémon erdacht, die Fans und Gegner des Spiels schmunzeln lassen.

Salafix in der Nähe von Sarrazia: Die deutschen Pokémon gibt es nur als Entwurf – ins Spiel werden sie es wohl nie schaffen.

Salafix in der Nähe von Sarrazia: Die deutschen Pokémon gibt es nur als Entwurf – ins Spiel werden sie es wohl nie schaffen.

Foto: Lars Wienand

Nürnberg.  Deutschland dargestellt in Pokémon: Ein Student aus Nürnberg hat den Trend, der Spieler überall verrückt macht, einzigartig verarbeitet. Er hat den offiziellen Pocket-Monstern wie Taubsi, Glumanda und Pikachu noch seine Kreationen zur Seite gestellt. „Ich dachte mir, wenn der Pokémon-Hype in Deutschland erwacht, warum nicht auch mit typisch deutschen Monstern?“, sagte Alexander Pfefferle unserer Redaktion.

Die Namen der Pokémon spielen sowohl auf Klischees über Deutschland als auch auf aktuelle Themen und Köpfe an. Die „Lerkem“ macht die Merkelraute, „Vauweh“ ist ein schwarzes Diesel-Abgaswölkchen – und „Ledahos“ verweist auf das typisch bayerische Kleidungsstück. Pfefferles Pokémon sind auch politisch: Ein „Boemaman“ streckt einem „Ziegogan“ die Zunge raus. Und es geht auch um die Parteienlandschaft: Aus dem kleinen „CeDeU“ entwickelt sich ein grimmiges „AEfDe“, das dann schließlich zum braunen „EnPeDe“ mutiert. In seiner Sammlung findet sich auch der „Ryksbyrga“, Reichsbürger mit Pickelhaube, ein „Besorgbyrga“ hat eine Mistgabel in der Hand. Und wer der „Pegidoof“ sein soll, dürfte auch schnell klar sein.

Pokémon platzen in Pegida-Treffen

Es ist nicht das erste Mal, dass auch Pegida per Pokémon aufs Korn genommen werden. Zur jüngsten Montagsdemo des Münchner Ablegers Mugida platzierten Aktivisten am Versammlungsplatz virtuelle Lock-Module, die dort dann Pokémon reihenweise auf den Smartphones erscheinen lassen. Weil das für die Spieler ersichtlich ist, war der Platz voller Pokémon-Fans. Davon stimmten dann auch viele in den Protest ein, berichteten die Organisatoren auf zett.de. Und andere hatten schlicht Spaß.

Cartoonist Pfefferle studiert an der TH Nürnberg Design. Schon als Kind zeichnete er Schnecken-Cartoons, nennt Ralf Ruthe oder Walter Moers als Vorbilder, wie der 27-Jährige sagt. Sein „höchstes Ziel ist, einen eigenen Comicband herauszubringen“, sagte er im November zu nordbayern.de. Seine Pokémon-Sammlung dürfte ihn da wieder einen Schritt weiterbringen.

Im Gegensatz zu seinen Zeichnungen sonst seien die Pokémon total spontan und schnell entstanden. „Ich dachte an alles, was mir zum Thema typisch Deutsch einfällt.“