Koenigsegg-Unfall

Teuerster Straßenwagen der Welt crasht am Nürburgring

Supersportwagenbauer Koenigsegg will den Rundenrekord am Nürburgring brechen. Mit einem Unfall stellt der One:1 andere Rekorde auf.

Das geschrottete Auto auf einem Video der Bergung. Hersteller Koenigsegg will den One:1 wieder aufbauen.

Das geschrottete Auto auf einem Video der Bergung. Hersteller Koenigsegg will den One:1 wieder aufbauen.

Foto: Screenshot YouTube/EMS Nordschleife TV

Nürburgring.  Wie viele Millionen Euro er wert ist, darüber sind sich Motorjournalisten nicht ganz einig. Der Einführungspreis lag bei 3,3 Millionen Euro, die „Daily Mail“ taxiert ihn nun auf mehr als sieben Millionen, da wäre ein aktuelles Angebot für 5,4 Millionen Euro ein Schnäppchen. Fest steht: Der Koenigsegg One:1 ist das teuerste Straßenfahrzeug der Welt, es gibt ihn nur sieben Mal – und einer davon ist jetzt reichlich ramponiert: Der Supersportwagen war mit hoher Geschwindigkeit auf der Nordschleife des Nürburgrings ausgangs des Abschnitts Fuchsröhre in die Leitplanke gekracht und hatte Feuer gefangen.

Es dürfte der teuerste Unfall eines einzelnen Straßenfahrzeugs jemals auf dem Nürburgring gewesen sein. Vom Abtransport des Fahrzeugs gibt es einen Film, vom Unfall selbst existieren keine Aufnahmen. Das Video zeigt aber eine rund 200 Meter lange Bremsspur. „Der Aufprall war vom Abschnitt Adenauer Forst aus zu hören, wo die beliebteste Zuschauerstelle ist“, erklärte Erich Schink, der die Aufnahmen im Kanal EMS Nordschleife TV gefilmt hat, gegenüber unserer Redaktion. „Dann sind alle runter an die Unfallstelle.“

Der Fahrer erlitt keine Verletzungen

Während erste Autonarren dem Flitzer bereits nachtrauerten, hat der schwedische Hersteller Koenigsegg klargestellt: Der Wagen wird wieder aufgebaut. In seinem Blog beantwortete die Sportwagenschmiede auch gleich die wichtigste Frage: Dem Fahrer geht es gut. Er kam ins Krankenhaus, konnte es aber am gleichen Tag wieder verlassen. Wie viel die Reparatur kosten wird, sei noch nicht abzuschätzen, erklärte Koenigsegg-Sprecher Steven Ward gegenüber unserer Redaktion.

Ein Koenigsegg sei ein Fahrzeug mit extremem Leistungsvermögen, es liege in der Natur, dass es zu Unfällen kommen könne, wenn die Grenzen ausgetestet werden, heißt es von dem Unternehmen. Auf Nachfrage unserer Redaktion machte Koenigsegg keine Angaben, wie hoch der Schaden an dem Fahrzeug ist. Der Hersteller kann sich aber immerhin über durchweg positive Reaktionen freuen: „Das ist nicht der Weg, wie wir die extreme Belastbarkeit des Chassis demonstrieren wollten. Aber wir sind froh, dass deshalb der Fahrer einfach von der Unfallstelle weggehen konnte.“ Die Rückmeldungen aus der Öffentlichkeit seien „herzerwärmend in einer sehr düsteren Woche“, so Ward.

Koenigsegg postete Foto vor der Fahrt

Weil der 5-Liter-Motor mit 1360 PS genauso viel leistet wie das Auto in Kilogramm auf die Waage bringt, hat der Wagen den Namen One:1 bekommen. Koenigsegg will damit den Rundenrekord am Nürburgring brechen, den bisher ein Porsche 918 Spyder mit 6:57 Minuten hält. Der One:1 beschleunigt nach eigenen Angaben in 20 Sekunden von Null auf 400. Kurz vor dem Unfall hatte Koenigsegg noch auf Facebook verkündet, dass getestet wird und ein Foto des dann verunglückten Autos gezeigt.

Unfallwagen war das erste Modell nach dem Prototyp

Um das Auto zu optimieren und perspektivisch den Rundenrekord für Fahrzeuge mit Straßenzulassung anzugreifen, dreht der One:1 seit Wochen immer wieder Runden auf der legendären Strecke.

Nach Informationen der „Auto-Bild“ handelt es sich bei dem Wagen um das erste Fahrzeug, das nach dem Prototypen gebaut wurde und an einen Kunden ausgeliefert wurde. Der Wagen mit der Chassis-Nummer 107 wurde erstmals in Düsseldorf zugelassen, wo die Zulassungsstelle sehr flexibel sein musste: Das Feld zur Leistung sieht keine vierstelligen Werte vor, dort wurde ein Sternchen vermerkt und die KW- und PS-Zahl dann in den technischen Besonderheiten eingetragen. Der auf Basis des Modells Agera R entwickelte One:1 war 2014 beim Genfer Autosalon erstmals vorgestellt worden.