Sheepview

Färöer Inseln starten eigenes Google Streetview mit Schafen

Die Färöer Inseln wurden von Google Streetview bislang ignoriert. Eine findige Einheimische will das nicht auf sich sitzen lassen.

Wenn Google nicht mit seinen Streetview-Autos über die Färöer Inseln fahren will, dann macht eben jemand anderes den Job: einheimische Schafe.

Wenn Google nicht mit seinen Streetview-Autos über die Färöer Inseln fahren will, dann macht eben jemand anderes den Job: einheimische Schafe.

Foto: visitfaroeislands.com

Berlin.  Die einen fühlen sich von Google Streetview in ihrer Privatsphäre verletzt, die anderen möchten überhaupt erst mal beachtet werden: Der Online-Dienst schickt weltweit Fahrzeuge auf die Straßen, um 360-Grad-Ansichten aufzunehmen, eine Inselgruppe im Nordatlantik ist bislang aber noch ein blinder Fleck. Die Färöer Inseln zwischen den Britischen Inseln, Norwegen und Island existieren für Google Streetview nicht. Sehr zur Entrüstung einer Einwohnerin.

Durita Dahl Andreassen, Mitarbeiterin der lokalen Tourismusbehörde „Visit Faroe Islands“ und damit schon von Berufs wegen im Einsatz für das 50.000-Einwohner-Land, kann nicht verstehen, warum ausgerechnet „der schönste Ort der Welt“ von Google ignoriert wird. „Es ist schade, dass ich das nicht mit meinen Freunden aus anderen Ländern teilen kann“, sagt sie in einem Video für „Visit Faroe Islands“. Doch damit ist nun Schluss. Denn wenn Google nicht auf die Inseln kommen will, bringt Durita die Inseln eben zu Google. Alles was sie dafür braucht, sind Schafe und Kameras.

Und zumindest von den Schafen gibt es auf den Färöer Inseln reichlich. Doppelt so viele wie Einwohner, um genau zu sein. Ein paar von ihnen arbeiten nun als Kameraschafe für Duritas eigenen Online-Dienst: Sheepview 360. Das dafür nötige Equipment – eine 360-Grad-Kamera, ein Smartphone und kleine Solarmodule – schnallt Durita den Tieren auf den Rücken. Die gehen dann ihrem ganz normalen Tagwerk nach, laufen also quer durch die Landschaft, während die Kamera jede Minute ein Foto schießt. Mittels GPS-Koordinaten gelangen die Bilder zu Durita, die sie dann bei Google Streetview hochlädt.

Noch steht das Projekt am Anfang, die Färöer Inseln sichtbar zu machen. Eine Sheepview-Karte zeigt aber bereits, in welchen Ecken der 18 Inseln die Kameraschafe schon unterwegs waren. In Kaldbaksbotnur zum Beispiel, in Tjørnuvík oder Syðradalur. Was es dort zu sehen gibt? Grüne Wiesen, Hügel, Berge, Seen. Einen Strand am Atlantik, ein paar Häuser und ja, tatsächlich auch eine Straße. (cho)