Italien

Veraltete Technik nach Zugunglück im Fokus der Ermittler

Auf der Strecke gab es kein elektronisches Kontrollsystem. Die Bahnmitarbeiter informierten sich per Telefon, ob die Strecke frei ist.

Italiens Premierminister Matteo Renzi besuchte die Unglücksstelle.

Italiens Premierminister Matteo Renzi besuchte die Unglücksstelle.

Foto: ALESSANDRO GAROFALO / REUTERS

Rom.  Nach dem schweren Zugunglück in Süditalien mit mindestens 27 Toten konzentrierten sich die Ermittlungen auf die veraltete Technik. Der betroffene Streckenabschnitt nördlich von Bari gehört zu den wenigen, auf denen der Verkehr noch per telefonischer Kommunikation geregelt wird, nicht mit einem elektronischen Kon­trollsystem. Medienberichten zufolge informierten sich die Bahnhofsvorsteher wohl gegenseitig per Telefon, wenn die Strecke frei war.

Die Staatsanwaltschaft der Stadt Andria ermittelt wegen fahrlässiger Tötung, auch gegen die verantwortlichen Bahnbeamten. Geklärt werden soll auch, warum bereitstehende EU-Fonds zum Ausbau der Strecke bisher nicht genutzt wurden. Die Einsatzkräfte bargen Stunden nach dem Unglück die Blackbox aus einem der beiden Züge, sie soll bei der Aufklärung helfen.

Am Dienstag waren in der süditalienischen Region auf einer eingleisigen Strecke, die die Großstadt Bari mit dem kleineren Barletta verbindet und vor allem von Pendlern, Schülern und Studenten benutzt wird, zwei Züge frontal aufeinandergefahren. (cre/dpa)