Polizeigewalt

Erstickt bei Festnahme: Angehörige rappen „I Can’t Breathe“

Zum Todestag hat die Familie des in Polizeigewalt verstorbenen Eric Garner einen Rapsong veröffentlicht. Er ist Erinnerung und Anklage.

Mit einem eindrucksvollen Rapsong erinnert die Familie von Eric Garner an den asthmakranken Mann, der bei einer Festnahme 2014 ums Leben gekommen war.

Mit einem eindrucksvollen Rapsong erinnert die Familie von Eric Garner an den asthmakranken Mann, der bei einer Festnahme 2014 ums Leben gekommen war.

Foto: Soundcloud/Garner Family

New York.  Die Familie des nach einer Polizeikontrolle in New York verstorbenen Eric Garner hat einen Rap-Song in Gedenken an den Afroamerikaner veröffentlicht. Der zum zweiten Todestag Garners am kommenden Sonntag veröffentlichte Song trägt den Titel „I Can’t Breathe“ (Ich bekomme keine Luft) und spielt an auf die Worte des damals 43-jährigen Asthma-Kranken, der nach dem Würgegriff eines Polizisten im Krankenhaus starb.

Die eindrucksvollen Zeilen, die sein Bruder Steven Flagg zu Hintergrundgesang seiner Schwester Elisha Flaggs rappt: „Wenn mein Auto kaputt ist, kann ich mir ein anderes holen/ Wenn ich mein Haus verliere, kann ich ein anderes kaufen./Aber sie haben mir meinen Bruder genommen und ich werde nie einen anderen dafür bekommen können./Ich habe das System satt, das mich nie liebte./ Ein System, das mir meinen Bruder genommen hat./ Egal, wieviel Geld ich bekomme, ich kann meinen Bruder ‘Ich bekomme keine Luft´rufen hören.“

Polizisten hatten nicht auf Probleme reagiert

Garner war am 17. Juli 2014 von Polizisten gestoppt worden, weil er vermutlich illegal mit Zigaretten handelte. Zwei Passanten hielten in Videos fest, wie ihn drei Polizisten zu Boden warfen und ihm die Luft abdrückten. Es ist klar zu verstehen, wie der übergewichtige Mann insgesamt elf Mal „Ich kann nicht atmen“ herausbringt, ohne dass die Polizisten darauf reagieren. Gardner verlor das Bewusstsein, in einem Krankenhaus wurde der Tod des sechsfachen Vaters festgestellt. Die Filmsequenzen lösten national und international Empörung aus.

Laut Autopsie führte der Würgegriff zum Tod Garners. Eine Geschworenenjury befand allerdings, dass es keinen ausreichenden Grund für eine Anklage wegen des Polizeieinsatzes gegeben habe. Ermittlungen auf Bundesebene laufen jedoch noch. Die Familie hatte als Entschädigung eine Zahlung von 5,9 Millionen Dollar (5,3 Millionen Euro) erhalten.

Garners letzte Worte haben für die „Black lives matters“-Bewegung Symbolcharakter erlangt. Die Familie sagte dem „Billboard“-Magazin der Song sei dem Kampf aller gewidmet, die ähnliches erleben. „Das Lied ist allen gewidmet, die auch so einen Kampf zu führen haben.“ (law/dpa)