London

Cliff Richard verklagt BBC

Musiker fordert wegen Live-Bericht über Hausdurchsuchung eine Million Pfund

London. Der britische Schlagersänger Cliff Richard will Medien zufolge den Sender BBC und die Polizei von South Yorkshire verklagen. Der 75-Jährige war vor zwei Jahren wegen Missbrauchsvorwürfen ins Visier der Ermittler geraten. Im August 2014 wurde deswegen sein exklusives Anwesen in der englischen Grafschaft Berkshire durchsucht, was die BBC live im Fernsehen übertrug. Nun wolle Richard gegen den Sender und die Polizei wegen des Missbrauchs privater Informationen rechtlich vorgehen, berichtete die „Daily Mail“ am Wochenende. Demnach fordert der Musiker einen Schadensersatz in Höhe von einer Million Pfund (1,1 Millionen Euro). Richard habe unter anderem die Veröffentlichung eines Albums verschieben müssen, und auch die Einnahmen aus seinem privaten Weinhandel seien eingebrochen. „Mein ganzes Leben wurde auf den Kopf gestellt“, sagte Richard der „Daily Mail“.

Der Sänger werfe der BBC und der Polizei vor, sie hätten rechtswidrig miteinander konspiriert, um in seine Privatsphäre einzudringen, so die Zeitung. Die BBC berichtete am Sonntag, sie und die Polizei hätten sich bereits entschuldigt. Zudem habe ein Ausschuss im Parlament 2014 das Handeln der BBC für angemessen erklärt. „Es ist die Aufgabe der BBC, über das ganze Geschehen zu berichten“, erklärte ein Sprecher. Dazu gehöre auch die Hausdurchsuchung. Angestoßen wurden die Ermittlungen von Hinweisen auf Vergehen an einem Jungen in den 80er- Jahren. Später kamen weitere Vorwürfe hinzu. Wegen mangelnder Beweise wurden die Ermittlungen im Juni eingestellt. Richard wies die Anschuldigungen als „abscheuliche Vorwürfe“ zurück.