Stierkampf

Stier trifft spanischen Torero (29) tödlich ins Herz

Oft genug gehen Zwischenfälle beim Stierkampf glimpflich aus. Nicht so am Samstag. Ein Stier hat einen spanischen Torero getötet.

Der 29-jährige Víctor Barrio starb am Wochenende während eines Stierkampfs. Helfer tragen ihn aus der Arena.

Der 29-jährige Víctor Barrio starb am Wochenende während eines Stierkampfs. Helfer tragen ihn aus der Arena.

Foto: Antonio Garcia / dpa

Madrid.  Es war das blutigste Stierkampf-Wochenende in Spanien seit Jahrzehnten: Drei Menschen wurden bei verschiedenen Stierspektakeln im Land getötet. Eines der Opfer ist ein professioneller Torero, der beim Stierkampf in der ostspanischen Kleinstadt Teruel von einem Kampfbullen tödlich verletzt wurde. Der Stier bohrte in der Arena dem 29-jährigen Torero Víctor Barrio ein Horn direkt ins Herz.

Zwei weitere Tote gab es bei Stierhatzen in den Orten Pedreguer an der Costa Blanca und im westspanischen Dorf Fuentesaúco. In Pedreguer wurde ein Mann von einem Bullen, der durch die Gassen getrieben wurde, aufgespießt. Ein Horn durchbohrte seine Brust, der Mann starb Minuten später. In Fuentesaúco durchbrach bei einer Stierhatz ein Bulle das Absperrgitter und verletzte einen Zuschauer tödlich. Im vergangenen Jahr waren im ganzen Land 12 Menschen bei Stierhatzen, die in tausenden Dörfern stattfinden, umgekommen.

Mehrere spanische Regionen verbieten den Stierkampf

Auch die berühmten Stiertreiben in der nordspanischen Stadt Pamplona, die noch bis zum 14. Juli jeden Morgen stattfinden, wurden am Sonntag von einem schweren Unfall überschattet: Ein Kampfbulle stieß einem jungen Mann, der vor einem Stier lief, das Horn in den Hals und verletzte ihn lebensgefährlich. Seit Beginn der morgendlichen Stiertreiben am 7. Juli wurden in Pamplona bereits elf Menschen aufgespießt und schwer verletzt. Unter den Opfern sind auch mehrere ausländische Touristen, die bei den Stierrennen mitmachten.

Spaniens Toreros haben in letzter Zeit wenig zu Lachen. Ihnen weht der Wind kräftig ins Gesicht. In immer mehr spanischen Regionen werden Stierkämpfe verboten. Oder es werden die öffentlichen Subventionen gestrichen, mit denen die umstrittene Stierkampftradition am Leben gehalten wird. Auch werden die Stierfiestas zunehmend von Protesten der internationalen Tierschutzbewegung begleitet.

Zahlreiche Toreros verletzen sich in der Arena

Zudem mehrten sich in den letzten Monaten schwere Torero-Unfälle in der Arena: Im vergangenen Jahr wurden drei bekannte Stierkämpfer in der Arena von Kampfbullen schwer verletzt – darunter die berühmten Matadoren Fran Rivera und Miguel Ángel Perera. Nun verlor ihr Kollege Víctor Barrio sein Leben beim Stierkampf in Teruel. Barrio zählte nicht noch nicht zu den ganz großen Toreros, galt aber als talentiert und trat in Arenen des ganzen Königreichs an.

Tödliche Unfälle mit professionellen Stierkämpfern sind in Spanien selten. Die letzten Toten in der Arena gab es 1992, als zwei „Banderilleros“, wie die Helfer der Toreros heißen, auf Stierkampfplätzen von Bullen getötet wurden. Zuvor war im Jahr 1985 der 21-jährige Torero José Cubero bei einem Stierkampf umgekommen. 1984 starb Spaniens Stierkampflegende Francisco Rivera („Paquirri“) in Córdoba beim Duell mit einem Bullen, der ihn mit einem Hornstoß tödliche Verletzungen zufügte.