EM-Orakel

So tippen die tierischen Orakel das Halbfinale der DFB-Elf

Gastgeber Frankreich gegen Weltmeister Deutschland: Wer zieht ein ins Finale der EM 2016? Die internationalen Orakel sind uneins.

Pinguin Flocke vom Spreewelten-Bad in Lübbenau wandelt auf den Spuren von Orakel-Legende Paul. Wie der Krake bei der WM 2010 lag Flocke bisher stets richtig.

Pinguin Flocke vom Spreewelten-Bad in Lübbenau wandelt auf den Spuren von Orakel-Legende Paul. Wie der Krake bei der WM 2010 lag Flocke bisher stets richtig.

Foto: Patrick Pleul / dpa

Berlin.  Fußballfans im ganzen Land kauen schon wieder nervös an den Fingernägeln: Am Donnerstagabend steigt das EM-Halbfinale Deutschland gegen Frankreich. Millionen selbst ernannte Experten fachsimpeln über den Ausgang, wälzen Statistiken, um im Tippspiel-Endspurt noch mal an den Kollegen vorbeizuziehen. Rat könnten sie sich allerdings auch bei speziellen Fachleuten holen: den tierischen Orakeln.

Die Branche boomt. Doch wessen Vorhersage ist wirklich seriös? Und wer ist nur auf schnellen Ruhm aus? Die meisten Orakel sind den in sie gesteckten Hoffnungen bisher nicht gerecht geworden. Doch es gibt Ausnahmen. Und die wandeln gar auf den Spuren von einer Legende im Weissager-Business.

Bei der WM 2010 hatte der Oberhausener Krake Paul geradezu einen Rekord für die Ewigkeit aufgestellt, als er alle Spiele der deutschen Nationalelf plus den Weltmeister korrekt vorhersagte. Auch diesmal haben zwei Tiere einen solchen Lauf – ein Pinguin aus einem deutschen Erlebnisbad und ein französischer Hahn. Allerdings, so viel sei schon mal verraten: Einer von beiden liegt mit seinem Tipp diesmal falsch.

Das sind die Vorhersagen:

Schland-Fans müssen jetzt ganz stark sein. Die bayerische Dreifaltigkeit des Jugendsenders Radio Galaxy tippt unisono auf einen Sieg von Gastgeber Frankreich. Sowohl Hund Anton als auch Zwerghamster Hammy als auch Vogelspinne Olaf prophezeiten das Aus für Jogis Jungs. Andererseits: Wer traut schon einer Spinne über den Weg?! Und überhaupt: Sooo toll ist die Trefferquote des Dreigestirns bisher auch nicht. Olaf lag gerade mal bei zwei von fünf Spielen richtig, Anton allerdings bei vier von fünf. Und er traut sich sogar an die Tore: 5:3 soll es ausgehen für Frankreich. Immerhin also schon mal kein müder Kick.

Eine gewisse Parteilichkeit könnte man der Münsteraner Eseldame Amélie unterstellen. Die Gute hat französische Wurzeln. Trotzdem ließ die Bewohnerin des Allwetterzoos offenbar alle Gefühlsduselei beiseite und entschied sich ohne zu zögern für den Fußball vor der deutschen Flagge. Très bien, Amélie!

An der Seriosität von Elefantenlady Zella aus dem Stuttgarter Zoo kann man schon ein bisschen zweifeln. Schließlich glaubte sie im Vorfeld der EM an einen Titelgewinn von Nordirland. Gewagt. Aber irgendwie auch sympathisch. So wie ihr Tipp zum Halbfinale: Deutschland schlägt Frankreich. Glauben wir ihr das einfach mal.

Im Ruhrgebiet, der Region, die Weltstar Paul hervorgebracht hat, schickt man ebenfalls tierische Wahrsager ins Rennen. Der Zoo in Duisburg etwa hat sein eigenes „Gorakel“. Den Gorillas Mapema und Vizuri werden Pappkartons mit Flaggen vorgesetzt. Zwar interessierten sich die Tiere zuerst für jenen mit französischer Fahne, doch schon bald ließen sie ihn links liegen und inspizierten ausgiebig das deutsche Pendant. Also führt Frankreich zunächst, aber Deutschland dreht das Spiel?

Nebenan in Bochum ist das Ergebnis ähnlich nebulös. Pinguin Paul watschelte zunächst zum Snack auf dem französischen Teller, verputzte anschließend aber auch das Leckerli auf der deutschen Seite. 1:1 nach 90 Minuten und dann Elfmeterschießen? Nicht schon wieder!

„Pick, pick, hurra!“, heißt es bei Google. Via Periscope können Nutzer den nervenaufreibenden Auftritt von Hahn Henri verfolgen. Der Gockel darf sich erst zehn Minuten lang in seinem Luxus-Gehege umschauen. Ist der Countdown abgelaufen, lüftet Google die Käseglocken von den feinen Speisetellern und Henri hat nichts Besseres zu tun als sich auf das französische Angebot zu stürzen. Pff.

Auch in Frankreich baut man mittlerweile auf die Expertise von Federvieh. Nashornvogel Nelson aus dem Pariser Parc Zoologique steht dort in Diensten des TV-Senders Eurosport und hat eine klare Präferenz für das Insekt à la française.

Den gleichen Geschmack hat offenbar Hahn Balthasar: Das Tier von Clément d’Antibes, einem der treuesten Fans der Équipe Tricolore, pickte sich gezielt nur die Körner auf dem französischen Teller heraus. Beunruhigend daran: Balthasar hat sich bisher noch nie vertan, wenn es um Frankreichs Elf ging.

Andererseits: So einen Kandidaten hat Deutschland auch. Pinguin Flocke aus dem Spreewelten-Bad im brandenburgischen Lübbenau lag in fünf von fünf Fällen goldrichtig. Und auch diesmal traut er „La Mannschaft“ wieder den Sieg zu.

Für einen von beiden reißt die Serie nach dem Halbfinale. Und Krake Paul, der Fußballgott hab ihn selig, hat einen Konkurrenten auf den Orakel-Olymp weniger.

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