Wandbild

Neues Graffiti zeigt Flüchtlingsjungen Aylan lachend

Unbekannte zerstörten das Wandbild des toten Flüchtlingsjungen Aylan – mehrfach. Jetzt reagierten die Künstler mit einem neuen Motiv.

Aylan lacht, Teddybären passen auf ihn auf – so zeigen die Graffiti-Künstler Oguz Sen (li.) und Justus Becker den Flüchtlingsjungen, der bei der Flucht über das Mittelmeer im September 2015 ertrunken war, auf ihrem neuen Wandbild in Frankfurt.

Aylan lacht, Teddybären passen auf ihn auf – so zeigen die Graffiti-Künstler Oguz Sen (li.) und Justus Becker den Flüchtlingsjungen, der bei der Flucht über das Mittelmeer im September 2015 ertrunken war, auf ihrem neuen Wandbild in Frankfurt.

Foto: Boris Roessler / dpa

Frankfurt a.M..  Wiederholt ist das Wandbild des toten Flüchtlingsjungen Aylan Kurdi im Osthafen von Frankfurt am Main beschädigt worden. Jetzt haben die beiden Künstler Oguz Sen und Justus Becker mit einem komplett neuen Motiv reagiert: Es zeigt einen quicklebendigen, lachenden Aylan, der von Teddys umgeben ist.

„Das andere Motiv wurde so oft beschmiert, einmal auch mit einer rechtsradikalen Parole“, sagte Sen am Sonntagabend im Hessischen Rundfunk (HR). Zwar befürchte er, dass auch das neue Graffiti wieder verunstaltet werde. „Aber wer das Bild eines lächelnden Kindes zerstört, hat gar nichts verstanden.“

120 Quadratmeter großes Graffiti

Das 120 Quadratmeter große Wandgemälde mit dem toten Aylan Kurdi war zuletzt im Juni zu einem großen Teil mit silberner Farbe übertüncht und der Parole „Grenzen retten Leben!“ überschrieben worden. Klein daneben standen die Worte „Fuck Antifa“. Sen und Becker hatten Anfang März das Bild des auf der Flucht ertrunkenen, dreijährigen syrischen Jungen auf die Mauer gesprüht.

Das Boot mit der Flüchtlingsfamilie war Anfang September 2015 zwischen dem türkischen Bodrum und der griechischen Insel Kos gekentert. Ein Foto des toten Dreijährigen hatte weltweit Aufsehen erregt.

Die Künstler hatten mit dem Graffiti für legale Fluchtwege nach Europa werben wollen. Die Hafenmauer wurde von der Stadt Frankfurt zur Verfügung gestellt. Bereits kurz nach Fertigstellung war das Wandbild mit weißen Farbspritzern beschädigt worden. Wer die Zerstörungen zu verantworten hat, ist noch unklar. Polizei und Staatsschutz ermitteln. (epd)