Lebensmittel

Mineralöl im Kinderriegel – Foodwatch fordert Verkaufsverbot

Foodwatch hat bei Untersuchungen Spuren von Mineralöl in Schokoriegeln gefunden. Die Verbraucherschützer fordern einen Verkaufsstopp.

Kinderschokolade gehört zu den beliebtesten Süßigkeiten in Deutschland. Nun aber wurden in den Riegeln des Herstellers Ferrero Rückstände von Mineralöl gefunden.

Kinderschokolade gehört zu den beliebtesten Süßigkeiten in Deutschland. Nun aber wurden in den Riegeln des Herstellers Ferrero Rückstände von Mineralöl gefunden.

Foto: imago / imago stock&people

Berlin.  Foodwatch warnt vor dem Verzehr mehrerer deutscher Schokoladen-Produkte. Unter anderem im Kinderriegel von Ferrero hat die Verbraucherschutzorganisation bei Labortests Rückstände von Mineralöl gefunden. Man habe die Hersteller aufgefordert, die Produkte aus dem Verkauf zu nehmen, teilte Foodwatch mit – allerdings ohne Erfolg. „Die Hersteller handeln grob fahrlässig. Statt die gefährlichen Süßigkeiten aus den Regalen zu räumen und die Verbraucher zu warnen, reden sie sich damit raus, es sei alles ganz legal – dabei verhindern sie selbst seit Jahren überfällige Grenzwerte“, sagte Johannes Heeg von Foodwatch. Neben den Kinderriegeln wurden auch bei „Fioretto Nougat Minis“ von Lindt und in „Sun Rice Classic Schoko Happen“ der Firma Rübezahl Spuren von Mineralöl gefunden. Bei allen wurden sogenannte aromatische Mineralöle gefunden, diese gelten als potenziell krebserregend.

Mineralöle können unter anderem über Maschinenöle oder Verpackungen in die Produkte gelangen. Schon öfter warnte Foodwatch vor Rückständen in Süßwaren auf dem deutschen Markt, zuletzt an Ostern, als die Verbraucherschützer in acht von 20 getesteten Schoko-Osterhasen Öl-Rückstände fanden.

Foodwatch fordert striktere Regeln für Öl-Rückstände in Lebensmitteln – im Fall von aromatischen Mineralölen, wie sie nun in den Schokoladen-Produkten gefunden wurden, wünscht sich die Organisation sogar eine „Null-Toleranz“. „Wieder und wieder werden bei Labortests gefährliche Mineralöle in Lebensmitteln nachgewiesen. Wieder und wieder reagieren die Hersteller mit Ausreden. Doch bisher gibt Bundesernährungsminister Christian Schmidt lediglich zu, dass es ein Problem gibt. Die Lösung, nämlich sichere Grenzwerte für Mineralölverunreinigungen, bleibt er den Verbraucherinnen und Verbrauchern immer noch schuldig“, kritisierte Johannes Heeg. (ba)