Bevölkerungsstatistik

Mehr Hochzeiten, mehr Todesfälle und ein kleiner Babyboom

So viele Babys wie seit 15 Jahren nicht mehr – doch auch 2015 sind in Deutschland mehr Menschen gestorben als Kinder zur Welt kamen.

Nur in Hamburg und Berlin gab es mehr Babys als Todesfälle.

Nur in Hamburg und Berlin gab es mehr Babys als Todesfälle.

Foto: Waltraud Grubitzsch / dpa

Wiesbaden.  Mehr Babys als im vorigen Jahr sind hierzulande zuletzt vor 15 Jahren zur Welt gekommen: Rund 738.000 Kinder haben 2015 in Deutschland das Licht der Welt erblickt. Das waren 23.000 Neugeborene oder 3,2 Prozent mehr als im Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Mehr Geburten zählten die Statistiker zuletzt im Jahr 2000 mit etwa 767.000 Neugeborenen.

Zugleich sind 2015 in Deutschland so viele Menschen gestorben wie seit rund 30 Jahren nicht mehr. 925.000 Todesfälle wurden 2015 registriert, 6,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor (868.000). Etwas mehr Menschen waren zuletzt 1986 gestorben.

Mehr Tote als Neugeborene

Wie in allen Jahren seit 1972 sind wieder mehr Menschen gestorben als Kinder geboren wurden. Diese Lücke betrug rund 188.000, etwa 22,3 Prozent mehr als im Vorjahr (153.000). Größer war die Kluft zuletzt 2013 mit fast 211.800 Menschen. Am größten ist der Unterschied zwischen Sterbefällen und Geburten in Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Niedersachsen, Sachsen und Bayern.

Berlin und Hamburg an der Spitze

Berlin verzeichnet dagegen unter allen Bundesländern die positivste Bevölkerungsentwicklung: Die Zahl der Geburten lag 2015 mit 38.030 deutlich über der Zahl der 34.278 Gestorbenen. Mit einem Plus von 3752 Menschen führt Berlin damit die Länderliste an, gefolgt von Hamburg mit einem Plus von 2205.

Sowohl die Zunahme der Geburten als auch die der Sterbefälle führen Fachleuten auf starke Jahrgänge zurück. Endgültige Zahlen – auch zu den Geburten pro Frau – gibt es voraussichtlich im September.

Die Zahl der Eheschließungen nahm ebenfalls zu: 400.000 Paare haben sich 2015 da Ja-Wort gegeben – 14.000 oder 3,6 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Mehr waren es ebenfalls zuletzt vor 15 Jahren. (dpa)