Gesundheitsreport

Krankenkassen-Studie: Kinder sind gut für die Gesundheit

Laut einer Krankenkasse gibt Gesundheitsunterschiede zwischen Eltern und Kinderlosen. Den Menschen mit Kindern im Haus geht es besser.

Eine Untersuchung zeigt, dass sich Eltern nur unwesentlich häufiger bei der Arbeit krank melden als Kinderlose.

Eine Untersuchung zeigt, dass sich Eltern nur unwesentlich häufiger bei der Arbeit krank melden als Kinderlose.

Foto: imago stock&people / imago/Westend61

Berlin.  Menschen mit Kindern sind seltener krank als Menschen ohne Kinder: Das geht aus dem neuesten Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK) hervor. Aus dem Report geht hervor, dass Eltern ab einem Alter von 40 Jahren seltener krankgeschrieben werden als Kinderlose und weniger Medikamente verordnet bekommen.

In der Altersgruppe der 30- bis 44-Jährigen gibt es noch keine signifikanten Unterschied. Danach unterscheiden sich Fehlzeiten der Mütter und Väter trotz höherer Belastungen mit rund zwölf Tagen im Jahr 2015 kaum vom Durchschnitt aller gleichaltrigen Arbeitnehmer. Frauen sind mit 14 Tagen allerdings häufiger krankgeschrieben als Männer mit zehn Tagen.

Ab 40 Jahren werden Eltern stabil

Ab einem Alter von 40 Jahren sind Eltern statistisch gesehen sogar gesundheitlich stabiler als Kinderlose: Sie wurden den TK-Daten zufolge 2015 durchschnittlich zwei Tage weniger krankgeschrieben. Insgesamt ist der Krankenstand unter den Arbeitnehmern in Deutschland 2015 weiter gestiegen, auf durchschnittlich 15,4 Tage.

In der Elterngeneration mittleren Alters ist der Unterschied bei psychischen Störungen besonders deutlich – wegen solcher Diagnosen gibt es unter berufstätigen Eltern sehr viel seltener Krankschreibungen als bei kinderlosen Arbeitnehmern. Wenn die Kinder aus dem Haus sind, steigt dafür bei Frauen wieder die Zahl Betroffener: Mütter zwischen 45 und 55 Jahren sind dann häufiger psychisch krank als kinderlose Frauen. Die TK mutmaßt, dass sich dann die Belastungen niederschlagen könnten.

Familienleben wird nicht als Stress empfunden

Die Herausforderungen durch Kinder werden aber aufgewogen, so die TK. Aus früheren Stress-Studien der TK geht hervor, dass drei Viertel der Eltern das Familienleben als Ausgleich empfinden, während dies im Durchschnitt der Bevölkerung nur 62 Prozent sagen. Insgesamt werden Vätern und Müttern aller Altersstufen weniger Medikamente verschrieben als kinderlosen Arbeitnehmern. Auffällig ist dies insbesondere bei Antidepressiva, obwohl die Verschreibungshäufigkeit nicht nur bei kinderlosen Frauen, sondern auch bei Müttern ab einem Alter von 40 Jahren steigt.

Für den Gesundheitsreport werden die Krankschreibungen und Medikamentenverordnungen aller 4,6 Millionen Arbeitnehmer ausgewertet, die bei der TK versichert sind, unabhängig davon, ob sie einen Job haben oder arbeitslos sind. Davon sind 1,6 Millionen im Alter zwischen 30 und 44 Jahren. Im vorigen Jahr hatte der TK-Report Daten zur Gesundheit von Studenten geliefert.