Staatsanwaltschaft

Insgesamt 1276 Opfer bei Silvesterübergriffen in Köln

Laut Staatsanwaltschaft gibt es ein halbes Jahr nach den Kölner Silvesterübergriffen 1276 Opfer. Auch weitere Details werden bekannt.

In der Silvesternacht 2015/2016 waren rund um den Vorplatz am Kölner Hauptbahnhof zahlreiche Frauen sexuell belästigt und ausgeraubt worden.

In der Silvesternacht 2015/2016 waren rund um den Vorplatz am Kölner Hauptbahnhof zahlreiche Frauen sexuell belästigt und ausgeraubt worden.

Foto: Markus Boehm / dpa

Berlin/Köln.  Bei den Silvesterübergriffen in Köln hat es insgesamt 1276 mutmaßliche Opfer gegeben. Das berichtet das „Zeit Magazin“ und beruft sich dabei auf Angaben der Staatsanwaltschaft Köln. Damit wäre die Zahl der Opfer, die Anzeige zur Silvesternacht in Köln erstattet haben, in den vergangenen Monaten weiter gestiegen.

Bis zum 16. Juni habe es insgesamt 1182 Anzeigen zu den Vorfällen am Kölner Hauptbahnhof gegeben. Einige der Opfer zeigten die Vorfälle demnach offenbar gemeinsam bei der Polizei an: Von 497 sexuellen Übergriffen waren 648 Personen betroffen. 284 Personen seien zugleich Opfer eines sexuellen Übergriffs und eines Eigentumsdelikts geworden. Fünf Personen hätten zudem eine vollendete Vergewaltigung und 16 eine versuchte Vergewaltigung angezeigt.

Reker: „Armlänge Abstand“ war „unglücklich“ formuliert

Die Staatsanwaltschaft Köln nannte der Zeitung auch Details zu den 183 Beschuldigten, so etwa die mutmaßlichen Nationalitäten. Demnach würden 55 als Marokkaner gelten, 53 als Algerier, 22 als Iraker, 14 als Syrer und 14 als Deutsche. Von den Beschuldigten seien 73 Asylsuchende, 36 hielten sich illegal in Deutschland auf und elf hatten eine Aufenthaltserlaubnis. Bei den Übrigen 49 sei der Status ungeklärt. In Untersuchungshaft befänden sich derzeit acht Personen.

In dem Bericht gibt sich zudem die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker mehr als ein halbes Jahr nach den Silvesterübergriffen selbstkritisch. Ihr bereits damals umstrittener Ratschlag an Frauen, zu Fremden „eine Armlänge Abstand“ zu halten, sei „unglücklich“ gewesen, sagte sie dem Magazin. (schrö)