Notfall-Information

Wieso Katastrophenschutz-App vor extremem Mondschein warnte

Die Notfallinformations-App NINA des Bundes kann erstaunliche Dinge. Eine Warnung vor extremem Mondschein war aber so nicht geplant.

Achtung, gefährlich heller Mondschein? Der Deutsche Wetterdienst warnte.

Achtung, gefährlich heller Mondschein? Der Deutsche Wetterdienst warnte.

Foto: Imago/Montage FMG

Offenbach/Bonn.  Eine Warnmeldung der Notfallinformations-App NINA des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hat am Dienstag viele Nutzer amüsiert: Extremer Mondschein! Und das in der Zeit bis 22 Uhr am Abend. Wer nach der Push-Nachricht auf das Handy verzweifelt Rat suchte, war aufgeschmissen. Als Handlungsempfehlung gab es nur die Worte „Achtung Test Test“.

Die NRW-SPD immerhin erkannte die volle Tragweite – und warnte auf Twitter die Werwölfe.

Die App ist gerade erst umfangreich überarbeitet worden und kann Nutzer nun vor Gefahren an ihrem Standort warnen. Dabei soll es eigentlich um Starkregen, Unwetter, Überschwemmungen oder Großbrände gehen. Warnungen vor Mondschein sind nicht vorgesehen, bekräftigt ein Sprecher des Bundesamts. Dort wurde man offenbar selbst überrascht: „Der Deutsche Wetterdienst hat einen Systemtest durchgeführt und hierbei versehentlich auch unser System mit angesteuert.“

Tests seien nötig, erklärt DWD-Pressesprecher Uwe Kirsche. Wenn es Änderungen im System gebe, müsse live getestet werden – und manchmal auch, ob der Weg solcher Warnungen noch funktioniere. „Wir versuchen das aber intern zu halten.“ Am Dienstag sei es dann offenbar zu einem Fehler gekommen.

Im vergangenen Jahr hatte der DWD schon einmal mit einer versehentlich rausgejagten Meldung für Lacher gesorgt. Am 1. Juli hatte der Wetterdienst mitten in eine Hitzewelle hinein vor Schneeverwehungen gewarnt.

„Wir nutzen für Tests bewusst absurde Meldungen“, erklärt der DWD-Sprecher. „Dass wir jetzt auch gerade Vollmond haben, ist vielleicht ein bisschen unglücklich.“ Dennoch werde wohl kein Empfänger die Warnung ernst genommen haben. Und: Nachdem Nutzern im vergangenen Sommer die Winterwarnung auf die Smartphones geschneit war, hat der DWD auch Wort gehalten und kennzeichnet Tests auch mit dem Wort.

Der App, die es für iOS und Android gibt, bringt das Missgeschick aber vielleicht noch einmal einen kleinen Aufmerksamkeitsschub. An Nutzer der ähnlich funktionierenden APP KatWarn (iOS/Android) des Fraunhofer-Instituts für Offene Kommunikationssysteme FOKUS ging die Mond-Warnung nicht. Selbst wenn der DWD sie auch dorthin geschickt hätte: Laut Wetterdienst-Sprecher Kirsche müssen die örtlichen Leitstellen eine Meldung erst noch freischalten.