Ex-Fußballstar

Spott für David Beckhams Europa-Appell bei Facebook

Ex-Fußballer David Beckham wirbt auf Facebook mit großen Worten für den Verbleib Großbritanniens in der EU – und erntet viel Häme.

Für sein Europa-Bekenntnis bezieht David Beckham bei Facebook viel Dresche.

Für sein Europa-Bekenntnis bezieht David Beckham bei Facebook viel Dresche.

Foto: imago stock&people / imago/ZUMA Press

Berlin.  Zwei Tage vor der Abstimmung der Briten über den „Brexit“ hat sich Fußballstar David Beckham mit einem Facebook-Post zu Wort gemeldet. Darin bekennt sich der 41-Jährige mit sehr persönlichen Worten zum Lager der EU-Befürworter. Doch damit macht er sich bei vielen Fans unbeliebt.

Beckham erzählt in dem Beitrag von seinen frühen Jahren bei Manchester United, wo er mit vielen britischen Spielern wie Ryan Giggs oder Paul Scholes kickte. „Das Team hätte so schon viele Trophäen gewinnen können, aber wir waren ein besseres und erfolgreicheres Team wegen unseres dänischen Torhüters Peter Schmeichel, der Führung des Iren Roy Keane und den Fähigkeiten des Franzosen Eric Cantona.“

Zustimmung bekommt Beckham nur vereinzelt

Er habe das Privileg gehabt, in Madrid, Mailand und Paris zu leben und mit anderen Fußballern aus ganz Europa und der Welt zu spielen, schreibt Beckham. „All diese wunderbaren europäischen Städte und ihre leidenschaftlichen Fans haben mich und meine Familie aufgenommen und uns die Chance gegeben, ihre einzigartigen und inspirierenden Kulturen zu erleben.“ Die Welt von heute sei schnelllebig und vernetzt: „Im Sinne unserer Kinder und Kindeskinder sollten wir die Probleme der Welt gemeinsam angehen und nicht allein. Darum stimme ich für den Verbleib in der EU.“

Kritik von Kommentatoren

Der Schuss ging allerdings nach hinten los. Bei Facebook jedenfalls ist sich die Mehrheit der Kommentatoren einig, dass David Beckham ein Snob sei, der von den Problemen „normaler“ Briten ohnehin keine Ahnung habe: „Ich mag dich, David, aber seien wir ehrlich: Wenn Du zum Arzt musst, wartest Du monatelang auf einen Termin oder gehst Du direkt in eine Privatklinik?“, fragt zum Beispiel eine Nutzerin.

„Ehrlich??“, schreibt eine andere: „Ich schlage vor, Du machst mal einen Spaziergang und unterhältst dich mit ,normalen’ Leuten. Leider haben wir nicht alle ein Vermögen wie Du, ein finanzieller Rückschlag kann für uns ,normale’ Leute nämlich verheerend sein.“

An anderen Kommentaren wird deutlich, wie sehr die „Brexit“-Debatte vom Thema Einwanderung bestimmt wird: „Die Europäer, von denen Du redest, haben viel zu unserem Steuersystem beigetragen“, schreibt ein Nutzer. „Im Gegensatz zu den Einwanderern, die unser Land ausbluten.“ Ein anderer Nutzer formuliert es so: „Wo Du lebst ist es offenbar kein Problem, dass die Regierung Hunderte von Einwanderern in deiner kleinen Stadt ablädt.“

„Du bist ein klasse Spieler“

Um sich die Laune nicht vermiesen zu lassen, sollte sich Beckham vielleicht an Michael Matteo Rossi halten. Der formuliert es bei Facebook so: „David, Du bist ein klasse Spieler, auf und neben dem Fußballplatz, wir lieben und achten dich und ich wette, Du könntest immer noch die Schuhe anziehen und ‘ne Bude machen!“