Massaker

Orlando-Amokläufer drohte mit Autobombe und Sprengstoff

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Die Ermittlungen zum Massaker im Nachtclub „Pulse“ in Orlando, Florida, dauern an. Das FBI hat am Montag schriftliche Auszüge aus mehreren Telefonaten des Attentäters mit der Polizei veröffentlicht.

Die Ermittlungen zum Massaker im Nachtclub „Pulse“ in Orlando, Florida, dauern an. Das FBI hat am Montag schriftliche Auszüge aus mehreren Telefonaten des Attentäters mit der Polizei veröffentlicht.

Foto: ADREES LATIF / REUTERS

Neue Details zum Massaker von Orlando: Vier Mal telefonierte Attentäter Omar Mateen mit der Polizei, drohte mit Bomben. Das Protokoll.

Orlando.  Der Attentäter von Orlando hat in seinen nächtlichen Anrufen bei der Polizei mit dem Zünden einer Autobombe und einer Sprengstoffweste gedroht. Das FBI veröffentlichte am Montag in Orlando schriftliche Auszüge aus vier Telefonaten.

In der Nacht zum 12. Juni hatte der 29-jährige Omar Mateen in dem bei Homosexuellen beliebten Nachtclub „Pulse“ 49 Menschen erschossen und 53 verletzt. Es war das schlimmste Massaker eines Einzeltäters in der Geschichte der USA. Nach der Tat wurden weder eine Bombe noch eine Sprengstoffweste gefunden.

Aus den Protokollen und Mitschnitten geht hervor, dass die ersten Schüsse um 2.02 Uhr fielen. Um 2.08 Uhr gab es den ersten Schusswechsel mit der Polizei. Bis zum finalen Eingreifen der Polizei um kurz nach fünf Uhr seien keine weiteren Schüsse gefallen.

„Ich bin für die Schießerei verantwortlich“

Im ersten Anruf um 2.35 beim Notruf 911 Uhr berief sich der Mann auf eine Organisation und einen Einzelnen, die Details wurden vom FBI nicht veröffentlicht. Es ist aber bestätigt, dass der Täter die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) und deren „Kalifen“ Abu Bakr al-Bagdadi nannte.

In dem ersten Anruf sagte der Anrufer zudem, er sei der Angreifer von Orlando: „Ich teile Ihnen mit, dass ich in Orlando bin und für die Schießerei verantwortlich“, gibt Mateen wörtlich zu Protokoll. Das Gespräch, in dem er zum Teil Arabisch sprach, dauerte 50 Sekunden. Dann legte er auf.

Das zweite Gespräch um 2.48 Uhr dauerte neun Minuten, das dritte um 3.03 Uhr 16 und das vierte um 3.24 Uhr drei Minuten. Diese drei Gespräche wurden mit einem Kriseninterventionsteam geführt.

Weste wie man sie aus Frankreich kennt

Laut FBI identifizierte der Anrufer sich als ein „islamischer Soldat“ und forderte, die USA sollten ihre Bombardements in Syrien und im Irak einstellen. Deswegen sei er „jetzt hier draußen“. In von ihm eroberten Teilen Syriens und des Iraks hat der IS ein „Kalifat“ ausgerufen. Der Attentäter sagte, sollte sich die Polizei nicht an seine Anweisungen halten, werde er die Autobombe zünden. Er trage eine Weste in der Art, wie man sie von den jüngsten Anschlägen aus Frankreich kenne. Er sagte: „In den nächsten Tagen werdet Ihr mehr Aktionen dieser Art erleben.“ Gerettete berichteten um 4.29 Uhr, der Täter wolle Geiseln Sprengstoffwesten anlegen. Dies sei letztlich der Anlass für das Eingreifen gewesen, sagte Orlandos Polizeichef John Mina.

Notrufe werden nicht veröffentlicht

Um 5.02 Uhr wurde ein Loch in die Wand gesprengt. Nachdem weitere Menschen gerettet wurden, sei es zum Schusswechsel mit dem Täter gekommen, in dem er um 5.15 Uhr erschossen wurde. Zu der Frage, ob der Attentäter alle 49 Menschen eigenhändig erschoss oder beim gewaltsamen Ende der Aktion Geiseln möglicherweise Opfer von Polizeikugeln wurden, geben die veröffentlichten Mitschnitte keine Auskunft.

Polizeichef Mina wehrte sich am Montag vor Medien gegen Vorwürfe, die Polizei sei in der Nacht zu lange untätig gewesen. Man habe lange mit dem Attentäter verhandelt und in dieser Zeit sehr viele Menschen aus dem Club gerettet. Das FBI erklärte, es werde aus Respekt vor Opfern und Angehörigen die Notrufe derer, die nachts in dem Club eingeschlossen waren, nicht veröffentlichen. (dpa/schrö)

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