Absturz

Stimmenrekorder der abgestürzten Egyptair-Maschine geborgen

Am Mittwoch hatte ein Spezialschiff bereits Wrackteile der Egyptair-Maschine lokalisiert. Nun ist der Stimmenrekorder geborgen worden.

Foto: MOHAMED ABD EL GHANY / REUTERS

Kairo.  Knapp einen Monat nach dem Absturz des Egyptair-Passagierflugzeugs im Mittelmeer ist der Stimmenrekorder des Jets geborgen worden. Das teilte die Untersuchungskommission am Donnerstag in Kairo mit. Zuvor hatte ein Spezialschiff im Mittelmeer bereits mehrere Stellen mit Wrackteilen gefunden.

Die sogenannte Black Box sei beschädigt, die Speichereinheit konnte jedoch sicher geborgen werden, berichtet unter anderem die US-Website „WCVB.com“ und bezieht sich auf die Ermittler.

Spezialschiff kann in bis zu 6000 Metern Tiefe eingesetzt werden

Am Mittwochabend hatten Ermittler der zuständigen ägyptischen Untersuchungskommission mitgeteilt, dass auch erste Bildaufnahmen übermittelt worden seien. Es werde eine Karte der Wrackteile erstellt.

Anfang Juni war bereits bestätigt worden, dass Signale eines Flugschreibers empfangen worden waren. Ein Spezialschiff sollte bei der Bergung der Flugschreiber helfen. Die „John Lethbridge“ ist mit spezieller Technik – unter anderem Sonar – ausgestattet und kann für die Suche in bis zu 6000 Metern Tiefe eingesetzt werden. Mit Hilfe des Schiffs wurden nun auch die Wrackteile lokalisiert.

Ursache für Unglück unklar

Der Airbus A320 war am 19. Mai mit 66 Personen an Bord auf dem Weg von Paris nach Kairo über dem östlichen Mittelmeer abgestürzt. Die Ursache für das MS804-Unglück ist nach wie vor unklar.

Die Behörden erhoffen sich durch die Daten der Blackboxes Aufschluss über die Absturzursache. Zuletzt hatte es geheißen, dass an Bord des Flugzeuges unmittelbar vor dem Absturz ein Rauchalarm ausgelöst wurde. Informationen, es gebe Hinweise auf eine Explosion an Bord, wurden als Spekulation zurückgewiesen.

Bericht wird bis Ende Juni erwartet

Die Bergung der Flugschreiber könnte sich schwierig gestalten: Der Meeresboden in dem mehr als 74 Quadratkilometer großen Suchgebiet ist an manchen Stellen bis zu 3000 Meter tief, wie es zuletzt aus Ermittlerkreisen geheißen hatte. Aus der Untersuchungskommission hieß es, auf jeden Fall solle bis Ende Juni ein Bericht zum Absturz vorgelegt werden, auch wenn die Flugschreiber bis dahin nicht gefunden seien. (dpa)