Anti-Diskriminierung

Prinz William macht für Schwulenmagazin den Coverboy

Der Prinz hatte sich gerade ins Kondolenzbuch für die Opfer von Orlando eingetragen. Dann folgte ein ganz starkes Signal an Schwule.

Prince William auf dem Cover von Großbritanniens wichtigstem Schwulenmagazin. Das Foto von Leigh Keily entstand bei einem Treffen mit neun Schwulen, Lesben und Transgender.

Prince William auf dem Cover von Großbritanniens wichtigstem Schwulenmagazin. Das Foto von Leigh Keily entstand bei einem Treffen mit neun Schwulen, Lesben und Transgender.

Foto: Attitude

London.  Seine königliche Hoheit krönt seinen Kampf gegen Mobbing und Ausgrenzung: Prinz William hat sich für das Cover von Englands größtem Schwulenmagazin „Attitude“ fotografieren lassen. Am Mittwoch ist das Magazin erschienen, am Dienstag hatte der Prinz bereits darüber gesprochen. Er ist das erste Mitglied des englischen Königshauses, das auf dem Titel eines Schwulenmagazins zu sehen ist.

Idee schon vor Anschlag in Orlando

Als William sich am Dienstag in ein Kondolenzbuch für die Opfer des Massakers im Schwulenclub „Pulse“ in Orlando eintrug, gab er der „Daily Mail“ zufolge auch seine Zusammenarbeit mit dem Heft preis. In einer Stellungnahme dazu heißt es laut „Attitude“: „Die Schwulen, Lesben und Transgender, die ich durch das Magazin treffen konnte, sind wirklich mutig, über ihre Erfahrungen zu sprechen und denen Mut zu machen, die schreckliches Mobbing durchmachen müssen.“ Das Heft (Download nach Anmeldung) war bereits am 8. Juni in den Druck gegangen, es fällt also nur zufällig mit der weltweiten Solidarität mit Schwulen und Lesben nach den Anschlägen in Orlando mit 50 Toten zusammen.

Königshaus hatte Magazin angesprochen

Nach Angaben des Magazins war das Königshaus im Mai auf die Redaktion zugekommen, es möge ein Treffen mit neun Mitglieder der LGBT-Community im Kensington-Palast vermitteln. Prinz William wolle sich deren Erfahrungen mit Ausgrenzung und Mobbing schildern lassen und mit ihnen die Auswirkungen auf die Psyche diskutieren. William hat mit seiner Frau Kate und seinem Bruder Harry die Initiative „Heads Together“ gegründet, die sich stark macht für psychisch Kranke. Das Magazin berichtet, dass nach einer Studie 34 Prozent der Homosexuellen schon einen Selbstmordversuch unternommen haben, eine fast doppelt so hohe Zahl wie unter Heterosexuellen.

Chefredakteur Matthew Todd berichtete von Kontakten mit Eltern, deren Kinder sich wegen Spott und Nachstellung das Leben genommen haben. „Ich bin glücklich, dass der künftige König auch deutlich macht, dass das enden muss.“

William wandte sich entschieden gegen das Mobbing. Seine Botschaft außerdem: „Ihr solltet stolz sein auf die Person, die ihr seid, es gibt nichts, dessen ihr euch schämen müsstet.“ (law)