Misshandlungs-Vorwürfe

Geiger David Garrett: „Ich habe keine Straftat begangen“

David Garrett wird vorgeworfen, seine Ex-Freundin misshandelt zu haben. Nun schildert der Stargeiger seine Version der Geschichte.

David Garrett sieht sich schweren Anschuldigungen gegenüber.

David Garrett sieht sich schweren Anschuldigungen gegenüber.

Foto: Henning Kaiser / dpa

Berlin.  Er ist ein Meistergeiger, stand mit Helene Fischer auf der Bühne, ist ein gern gesehener Gast bei Fernsehshows mit einem Millionenpublikum. Doch seit knapp einer Woche hat sich das Leben vor David Garrett (35) gedreht. Die US-Pornodarstellerin Ashley Youdan (28), von der Garrett sich im Februar trennte, wirft dem Musiker vor, sie körperlich und psychisch misshandelt und sie zu harten Sexualpraktiken gezwungen zu haben. Wie der Streit um umgerechnet 10,5 Millionen Euro Schadenersatz vor einem New Yorker Gericht ausgehen wird, ist unklar.

Garrett, der sich als Opfer einer Schmierenkampagne sieht, meldete sich jetzt nach einer Woche Funkstille zu Wort. „Die Veröffentlichung von Details aus meinem Intimleben erfüllt den Tatbestand des Rufmordes“, sagte er der „Welt am Sonntag“. „Irgendwann ist auch mal Schluss. Eine Gegenklage von meiner Seite ist jedenfalls nicht ausgeschlossen.“

Garrett verfolgt Berichterstattung

Er habe noch nie jemandem Gewalt angetan – „auch Ashley nicht“, sagte der Musiker weiter. „Und ich habe sie nie zu erotischen Handlungen gegen ihren Willen gezwungen. Alles zwischen uns geschah einvernehmlich.“

Die mediale Berichterstattung der vergangenen Tage habe ihn mitgenommen, sagte Garrett, der derzeit an einem unbekannten Ort im Urlaub ist. „Ich muss die Berichte über mich verfolgen. Mir bleibt nichts anderes übrig. Leicht fällt mir das nicht. Geht mir nicht gut dabei.“

Spekulationen, der Skandal könnte Auswirkungen auf seine bevorstehende Tournee im Herbst haben, wies Garrett zurück. „Es gibt keine Planänderung. Das Leben geht genauso weiter wie vorher“, sagte er. „Ich bin kein Verbrecher. Ich bin Musiker, ein sehr guter Musiker. Ich bin auch Mensch.“

Aus einem Treffen wurde mehr

Garrett hatte Ashley Youdan, die in der Pornobranche unter dem Namen Kendall Karson bekannt ist, im Jahr 2014 als Escortmädchen in New York kennengelernt. „Ich fühlte mich an dem Abend einsam“, erzählt er im Rückblick. Aus dem Treffen wurde mehr: Die beiden verreisten, sprachen von Heirat. Garrett stellte seine Freundin seinen Eltern vor.

Doch anderthalb Jahre später war die Beziehung am Ende. In dieser Zeit war Garrett laut eigener Aussage eine Zeit lang ebenfalls mit dem Münchner Model Bianca Dellermann liiert. „Ich war in zwei Frauen verliebt. Ich war das erste Mal in meinem Leben in so einer Situation. Ein totaler Zwiespalt. Zwei völlig unterschiedliche Charaktere, ich konnte mich nicht für eine entscheiden. Das war moralisch verkehrt, weil ich mit den Gefühlen von zwei Menschen gespielt habe“, sagte Garrett. Das dürfe man nicht machen. „Die Geschichte ist dann so ausgegangen, wie es kommen muss, die beiden Damen haben irgendwann voneinander Wind bekommen. Ich habe da keine gute Figur gemacht.“

Gegenanwalt gibt sich siegessicher

Die Freundin aus München, die ihn zu Recht abserviert habe, sei dann an die Presse gegangen. Nun stellte sich Bianca Dellermann überraschend hinter ihren Ex-Freund. „Ich bin Bianca dafür sehr dankbar. Ich bekam viel Zuspruch von mehreren Frauen, mit denen mich in der Vergangenheit etwas verband und die mich über Jahre kennen“, sagte Garrett.

Der New Yorker Anwalt seiner Ex-Freundin Ashley Youdan, Edward Hayes, gibt sich derweil siegessicher. „Sie wurde von ihm verletzt, körperlich und psychisch. Und das können wir beweisen. Auf meinem Schreibtisch liegen zwei iPhone-Mitschnitte von Unterhaltungen zwischen Ashley und Garrett, die belegen, was wir in der Anklageschrift behaupten.“ Er habe keinerlei Zweifel, dass er diesen Streit vor Gericht gewinne. Fortsetzung folgt.