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Fans fordern nach „Rock am Ring“-Absage Geld zurück

„Rock am Ring“-Besucher suchen Wege, nach dem Festivalabbruch Geld zurückzuerhalten. Auch Anwälte bringen sich öffentlich in Position.

Das Festival „Rock am Ring“ musste wegen heftiger Unwetter vorzeitig abgebrochen werden.

Das Festival „Rock am Ring“ musste wegen heftiger Unwetter vorzeitig abgebrochen werden.

Foto: Thomas Frey / dpa

Mendig.  Besucher des Musikfestivals „Rock am Ring“ organisieren sich, um wegen des wetterbedingten Abbruchs Geld zurückzuerhalten. Auf Facebook hat eine Community „RaR2016-refund“ bereits rund 600 Anhänger. Gegründet wurde sie nach eigenen Angaben von Besuchern, die bereits mit „hochqualifizierten Juristen ein Vorgespräch“ geführt haben. Demnach stünde den Festivalbesuchern eine (teilweise) Rückerstattung zu. „RaR2016-refund“ kündigt an, im nächsten Schritt Fans um Vollmachten für weitere juristische Schritte zu bitten.

Ein Anwalt berichtet bereits, er vertrete 21 Betroffene, die sich einer Forderung angeschlossen haben. „Die Chance auf eine Teilrückerstattung des Ticketpreises ist sehr groß“, sagte Anwalt Andreas Tryba. Die Rhein-Zeitung hatte darüber zuerst berichtet (Bezahlinhalt). Auch die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hatte erklärt, es sei möglich, dass ein Drittel des Eintritts erstattet wird.

Tryba zufolge wollte seine Kanzlei noch am Donnerstag ein Schreiben an „Rock am Ring“-Macher Marek Lieberberg schicken. Ziel sei eine außergerichtliche Einigung. „Es ist keiner daran interessiert, dass man das vor Gericht bringt.“ Man warte nun auf eine Reaktion von Lieberberg und dessen Versicherung.

Anwalt fordert 50 Prozent des Ticketpreises zurück

Offen bleibt, wie viel Geld es zurückgeben könnte. „Wir setzen 50 Prozent des Ticketpreises an“, sagte Anwalt Tryba. Schließlich seien am Sonntag zwei Hauptacts ausgefallen, hinzu komme die Unterbrechung am Samstag. Lieberberg hatte in einem Interview unmittelbar nach dem Festival erklärt, er sehe „im Moment“ keine Wiedergutmachung oder Entschädigung. Man habe alles Menschenmögliche getan, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Aber wir müssen jetzt erst einmal abwarten und alles in Ruhe bewerten.

Bei dem Musikfestival in der Eifel waren am vergangenen Wochenende mehr als 70 Besucher durch Blitzeinschläge verletzt worden. Am Sonntag folgte dann wegen weiterer drohender Unwetter der Abbruch. (law/dpa)