Festival

„Rock am Ring“ wegen Unwettern stundenlang unterbrochen

Nach dem Unwetter am Freitag mit vielen Verletzten gingen die ersten Bands bei „Rock am Ring“ am Samstag erst abends auf die Bühne.

Eine Matschwüste mit Zelten: Das Festivalgelände von „Rock am Ring“ ist nach den starken Regenfällen völlig durchnässt. Es besteht weiterhin ein hohes Unwetterrisiko.

Eine Matschwüste mit Zelten: Das Festivalgelände von „Rock am Ring“ ist nach den starken Regenfällen völlig durchnässt. Es besteht weiterhin ein hohes Unwetterrisiko.

Foto: Thomas Frey / dpa

Mendig.  In mehr als 30 Jahren „Rock am Ring“ hat Konzertveranstalter Marek Lieberberg das noch nie erlebt: Die katastrophale Wetterlage zwingt ihn zu einer vielstündigen Unterbrechung des legendären Musik-Spektakels. „Es geht in erster Linie um die Sicherheit der Menschen“, sagt er am Samstagnachmittag im rheinland-pfälzischen Mendig in der Eifel. Mehr als 90.000 Fans mussten stundenlang warten. Erst gegen 21 Uhr gingen die ersten Bands wieder auf die Bühnen. Bis dahin hatte es in Mendig mehrere,. teils schwere Gewitter gegeben.

Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) sagte der Deutschen Presse-Agentur zudem: „Ich gehe davon aus, dass am Sonntag kein „Rock am Ring“ stattfindet.“ Er korrigierte die Zahl der Verletzten nach den drei Blitzeinschlägen am Freitag von 51 auf „bis zu 82“. Am Sonntag werde noch ein heftigeres Gewitter erwartet.

Radlader verteilten Stahlplatten und Rindenmulch auf dem völlig durchnässten Festivalgelände. Manche Bereiche waren mit rot-weißem Flatterband gesperrt. Eine Gewitterfront hatte sich am Freitagabend direkt über das Festival geschoben. Die Fans harrten auf dem Flugplatz Mendig aus. Starkregen zerstörte viele Zelte. Im vergangenen Jahr hatte das Wetter ebenfalls üble Folgen bei „Rock am Ring“: Damals wurden nach Blitzeinschlägen 33 Menschen verletzt.

Ein junger Fan bringt es auf den Punkt: „Super Musik, aber Mistwetter.“ Veranstalter Lieberberg sagt: „Wir haben eine Notsituation, eine Unwettersituation.“ Auch der Eiffelturm habe in Paris im Wasser gestanden und das dortige Museum Louvre sei geschlossen worden.

Gummistiefel sind rund um „Rock am Ring“ längst Mangelware. In einem Schuhgeschäft in Mayen hängt am Freitag ein Schild: „Keine Herren-Gummistiefel - ausverkauft! Damen-Gummistiefel nur in Größe 37+.“ Eine Verkäuferin sagt: „Schon die ganze Woche fragen die hier nach Gummistiefeln. Ich erkenne diese Kunden sofort: Die kommen hier gleich mit so einem Gummistiefel-Suchblick rein.“ (dpa)