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FPÖ-Politiker sorgt mit Regeln für Flüchtlinge für Spott

| Lesedauer: 3 Minuten
Jana Hannemann
In dem Video demonstriert FPÖ-Politiker Armin Sippel, was man nicht machen darf: Frauen bedrängen und begrapschen.

In dem Video demonstriert FPÖ-Politiker Armin Sippel, was man nicht machen darf: Frauen bedrängen und begrapschen.

Foto: Screenshot YouTube / Screenshot YouTube-Video

In einem Video erklärt ein FPÖ-Politiker, wie Flüchtlinge mit Frauen umgehen müssen – und demonstriert das an einer Schaufensterpuppe.

Berlin.  „Verhaltensregeln“ für Flüchtlinge in Österreich: Der FPÖ-Politiker Armin Sippel erklärt in einem Facebook-Video, wie sich männliche Asylbewerber benehmen müssen – und gibt ein paar Tipps zum Umgang mit Frauen an die Hand. Der Post des Rechtspopulisten erntete viel Kritik und Spott.

„Sehr geehrte Herren Asylanten“, begrüßt Armin Sippel seine Zuschauer in dem Video. „Nachdem mir in letzter Zeit einige unschöne Dinge zu Ohren gekommen sind, noch dazu bei uns die Freibadsaison beginnt, und Gott sei Dank die Frauen in unserem Kulturkreis etwas freizügiger angezogen sein dürfen, gibt es jetzt ein paar Verhaltensregeln.“ Und um das auch alles verständlich zu machen, demonstriert der Lokalpolitiker aus Graz seine Regeln einfach selbst – an einer Schaufensterpuppe mit blonder Mähne, die sich von links ins Bild schiebt.

Armin Sippel grapscht Schaufensterpuppe an den Busen

Verboten sei es, Frauen provokant nachzuschauen oder nachzupfeifen oder „sonst Frauen in irgendeiner Weise nachzustellen“, so dass sie sich unwohl fühlen würden. Damit das auch die arabisch sprechenden Flüchtlinge verstehen, ploppt im Video ein Schild auf, auf dem „Nein“ auf arabisch stehen soll. Allerdings ist nicht „la“ – für „nein“ – zu lesen, sondern der arabische Artikel „al“.

„Was man bei uns aber bestimmt nicht macht, ist es beispielsweise in einer Diskothek Frauen zu bedrängen“, sagt Sippel im Video und nähert sich der Schaufensterpuppe. Und um zu untermauern, was in Graz so gar nicht geht, haut Sippel der Puppe auf den Hintern und grapscht ihr mit der linken Hand an den Busen.

Am Ende folgert Sippel: „Wer sich eines dieser Vergehen schuldig macht, muss wissen, dass es bei uns eine Partei gibt“ – ein FPÖ-Schild schiebt sich ins Bild – „die dafür sorgen wird, dass diejenigen, die unser Asylrecht missbrauchen, auch ganz schnell wieder dorthin gebracht werden, wo sie herstammen.“

Seine Mahnung unterstreicht der FPÖ-Politiker am Ende des Videos: „Also, sehr geehrte Herren Asylanten, benehmt’s Euch!. Und was das Wichtigste ist: Finger weg von unseren Frauen!“

Facebook-Nutzer kritisieren Video

Auf Facebook gab es für das Video viel Häme und Spott. Sippel löschte daraufhin seinen Post und schrieb: „Aufgrund der völlig aus dem Ruder gelaufenen Diskussion und den persönlichen Diffamierungen gegenüber meiner Person habe ich das Video vorerst von meiner Seite entfernt.“ Eine Debatte über sexuelle Übergriffe sei jedoch notwendig und sollte „gesittet vonstatten gehen.“ Wie sehr dieses Thema die Leute bewege, würde die Reichweite seines Beitrags zeigen. Das Video ist aber weiterhin noch auf YouTube zu finden.

Auch unter Sippels neuem Post sammeln sich die Kritiker. Ein Facebook-Nutzer schreibt: „Die hellste Kerze auf der Torte scheint Herr Sippel nicht zu sein.“ Ein anderer kommentiert: „Zuerst schnell etwas Dummes und Unüberlegtes posten, dann schnell wieder distanzieren davon oder löschen, weil es ja aus dem Ruder läuft... DAS nenne ich Do it à la FPÖ!“ Andere finden es einfach nur peinlich.

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