Weltnichtrauchertag

Computerexperten sehen Viren-Gefahr in E-Zigaretten

Am Weltnichtrauchertag warnt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik vor E-Zigaretten – nicht aus Gesundheitsgründen.

In Deutschland rauchen nach Schätzungen rund zweieinhalb Millionen Menschen E-Zigaretten. Das Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik warnt davor, dass sie Computerviren übertragen können.

In Deutschland rauchen nach Schätzungen rund zweieinhalb Millionen Menschen E-Zigaretten. Das Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik warnt davor, dass sie Computerviren übertragen können.

Foto: © Mark Blinch / Reuters / REUTERS

Berlin.  Rauchen ist nicht nur schädlich für die Gesundheit, sondern birgt auch Gefahren für den Computer – zumindest wenn es sich um E-Zigaretten handelt. Anlässlich des Weltnichtrauchertages warnt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vor Computerviren, die durch E-Zigaretten auf den Rechner gelangen. Denn: Wie jedes andere technische Gerät auch, müssen die elektronischen Zigaretten von Zeit zu Zeit ihren Akku laden, was viele Raucher über den USB-Port des Computers tun.

„Wird nun in einem Gerät mit USB-Stecker ein Mikrochip versteckt, der einen schädlichen Code enthält, kann dieser über den USB-Port direkt in den Rechner gelangen, und zwar ohne von einer Firewall aufgehalten zu werden“, heißt es in einer Mitteilung des BSI. Das liege vor allem daran, dass der Computer das USB-Gerät als Haupteingabegerät wie beispielsweise die Tastatur erkenne, die umfangreiche Zugriffsrechte hätte.

Zweieinhalb Millionen „Dampfer“ in Deutschland

Die Zahl der Raucher sinkt seit längerem. In den vergangenen 15 Jahren hat sich der Absatz in Deutschland im legalen Bereich nach Branchenangaben auf 80 Milliarden Zigaretten pro Jahr halbiert. Mit weiteren Rückgängen von ein bis zwei Prozent pro Jahr werde gerechnet. Insgesamt würden etwa 100 Milliarden Zigaretten im Jahr geraucht. Schätzungsweise jede fünfte Zigarette ist aber nicht hierzulande versteuert – ein Großteil davon ist Schmuggelware oder eine Fälschung.

Nach einer Umfrage des Statistischen Bundesamtes hat sich 2013 der Anteil der Nichtraucher im Vergleich zur Erhebung 2009 um vier Prozentpunkte erhöht. 75 Prozent der Bevölkerung über 15 Jahren seien Nichtraucher. Das Krebsforschungszentrum verweist darauf, dass der Raucheranteil unter Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren von 28 Prozent im Jahr 2001 auf 10 Prozent im Jahr 2014 gesunken sei. Dazu hätten „verschiedene Tabakkontrollmaßnahmen“ beigetragen.

Umstritten unter Wissenschaftlern sind auch Nutzen und Gefahren der E-Zigarette, zu der laut der Branche überwiegend Ex-Raucher greifen und die in Deutschland jetzt auch reguliert wird. In der elektronischen Zigarette wird eine meist nikotinhaltige Flüssigkeit verdampft, anstatt Tabak zu verbrennen. Nach Angaben des unabhängigen Internetportals „e-garage“ wird inzwischen von mehr als zweieinhalb Millionen „Dampfern“ ausgegangen. (les/dpa)