Berlin –

Experten erwarten in Zukunft mehr schwere Gewitter

Meteorologe Andreas Friedrich zu der Naturkatastrophe

Berlin.  Während in vielen Regionen Deutschlands die Sonne schien oder die Lage zumindest entspannt war, wurden andere Gebiete von einem schweren Unwetter heimgesucht. Wie kann das passieren? Fragen an Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst.

Berliner Morgenpost: Wie kommt es zu diesen Unterschieden?

Andreas Friedrich: Es ist ganz normal, dass Gewitter sich nur über kleineren Regionen abspielen und andere Landstriche komplett verschont bleiben. Das Ungewöhnliche in Hessen und Baden-Württemberg war, dass es sich um eine relativ druckschwache Situation handelte. Die Gewitter sind deshalb nur sehr langsam weitergezogen. Dementsprechend lagen die intensiven Niederschläge relativ lange über den gleichen Gebieten.

Sind diese Unwetter ein neues Phänomen?

Solche Wetterlagen hat es immer gegeben. Im Prinzip jeden Sommer. Aber die Intensität hat in den letzten 30 Jahren deutlich zugenommen. Auch in den nächsten 30 bis 60 Jahren werden diese unwetterartigen Gewitter verstärkt auftreten.

Wie kommt das?

Es hat mit der Erderwärmung zu tun. In den vergangenen 100 Jahren ist es um 1,1 Grad Celsius wärmer geworden. Wärme bindet Feuchtigkeit. Und die Wärme ist einer der wichtigsten Antriebsmechanismen für diese starken Gewitterböen, gekoppelt mit einem Tiefdruckgebiet.

Müssen wir mit ständigen Überschwemmungen rechnen?

Hauptsächlich werden wir in den nächsten 30 Jahren mehr trockene Hitze mit großer Dürre haben. Dazu kommen Orkanböen bis hin zu Tornados. Nur bei Tiefdruckeinfluss muss mit Überschwemmungen gerechnet werden.