Rassismus

Dieser Werbespot aus China löst im Netz einen Shitstorm aus

In einem Werbefilm für ein Waschmittel wäscht eine chinesische Frau einen schwarzen Mann – und löst eine Debatte über Rassismus aus.

Ein chinesischer Waschmittel-Werbespot hat im Netz für einen Sturm der Entrüstung gesorgt (Symbolfoto).

Ein chinesischer Waschmittel-Werbespot hat im Netz für einen Sturm der Entrüstung gesorgt (Symbolfoto).

Foto: imago stock&people / imago/Westend61

Berlin.  Dieses Werbevideo hat weltweit für einen Shitstorm gesorgt: Im Clip der chinesischen Firma Qiaobi wäscht eine chinesische Frau ihre Wäsche. Ein schwarzer Mann kommt um die Ecke, sein Gesicht und seine Klamotten sind mit Farbe verschmiert. Als er die Frau an sich zieht, um sie zu küssen, steckt sie ihm eine Waschmittelkapsel in den Mund. Dann schubst sie ihn in die Waschmaschine und drückt auf Start.

Was im Werbevideo folgt, hat im Netz großen Protest ausgelöst: Denn nach dem Waschgang ist nicht nur die Malerfarbe aus dem weißen Shirt gewaschen, nein, aus dem ehemals schwarzen Mann ist ein Mann mit weißer Haut und asiatischen Gesichtszügen geworden. Die User im Netz sind geschockt über diesen rassistischen Spot.

Twitter-Nutzer üben Kritik

Auf Twitter schreibt Simon Owens: „Wow, China hat super rassistische Werbung.“

Twitter-Userin Sonja Peteranderl kommentiert: „Rassismus in China: Packe den schwarzen Mann einfach in die Waschmaschine und er wird zu einem tollen Chinesen. WTF?“

In China läuft der Werbefilm laut der Seite „Shanghaiist“ seit etwa einem Monat im Fernsehen und im Kino. Der Aufschrei blieb hier aus, nur vereinzelt gab es Kritik. Wie der US-Sender CNN schreibt, kommentiert auf der chinesischen Plattform Weibo ein User den Spot mit folgenden Worten: „Wenn du nicht verstehst, warum das rassistisch ist, dann, herzlichen Glückwunsch, bist du ein Rassist.“

Idee hinter Werbung nicht neu

Der Eigentümer der Firma Qiaobi versteht die Kritik nicht, er empfindet die Werbung auch nicht als rassistisch. BBC China sagte er: „Ich weiß nicht viel über die Werbung. Um ehrlich zu sein, habe ich ihr nicht viel Aufmerksamkeit gewidmet.“ Werbefilme zu Kosmetika, die aufhellend wirken sollen, sind in Asien an der Tagesordnung. In China gilt helle Haut als besonders attraktiv.

Doch neu ist die Idee hinter der Werbung nicht. In Italien gab es fast den gleichen Spot schon einmal. Darin „wäscht“ eine Frau einen dünnen, schluffigen, weißen Mann zu einem gut gebauten Schwarzen. Der Slogan „Farbig ist besser.“