Zensur

Irans Sittenwächter nehmen Models wegen Instagram fest

Auf einigen wenigen Fotos in ihrem Instagram-Account trägt das iranische Model Niloufar Behboudi einen Schleier.

Auf einigen wenigen Fotos in ihrem Instagram-Account trägt das iranische Model Niloufar Behboudi einen Schleier.

Foto: Screenshot Instagram

Im Iran müssen sich Frauen verschleiern. Bei Instagram zeigen sich Models trotzdem ohne Kopftuch. Nun wurden einige festgenommen.

Teheran.  Die iranische Cyber-Polizei hat mindestens acht Models verhaftet, die Fotos ohne Kopftuch bei Instagram veröffentlicht haben. Die britische Zeitung „Telegraph“ berichtet unter den Verhafteten seien Elham Arab, Melikaa Zamani, Niloufar Behboudi, Donya Moghadam, Dana Nik, Shabnam Molavi, Elnaz Golrokh and Hamid Fadaei. Die Behörden haben einige Profile sperren lassen.

Im Iran müssen Frauen in der Öffentlichkeit ein Kopftuch tragen – sogar Schaufensterpuppen. Modezeitschriften sind nicht erlaubt. Daher werden viele Fashion-Shows im Untergrund veranstaltet. Seit ein paar Jahren nutzen die jungen Menschen vor allem auch das offiziell ebenfalls verbotene Instagram, um sich und ihre Mode frei zu zeigen.

Nach den Festnahmen zeigte das iranische Staatsfernsehen einen Beitrag, in dem das Model Elham Arab verschleiert zu sehen ist. Insgesamt seien 170 Menschen identifiziert worden, darunter 58 Models, 59 Fotografen und Visagisten. Welche Strafen ihnen droht, ist bisher nicht klar.

Zwar gibt sich die Regierung von Präsident Hassan Ruhani in solchen Belangen als nicht sehr streng, tatsächlich greift die Justiz aber hart durch gegen vermeintlich unislamische Aktionen. So waren 2014 Jugendliche zu sechs Monaten Gefängnis und 91 Peitschenhieben auf Bewährung verurteilt worden – weil sie ein Video online gestellt hatten indem sie zu Pharrell Williams Song „Happy“ tanzen. (dpa/she)

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