Brandstiftung

Spanien: Feuer auf Reifendeponie erst nächste Woche gelöscht

Ein Feuerwehrmann beobachtet den Brand auf der Reifendeponie. Die Flammen seien unter Kontrolle, teilten die regionalen Behörden mit.

Ein Feuerwehrmann beobachtet den Brand auf der Reifendeponie. Die Flammen seien unter Kontrolle, teilten die regionalen Behörden mit.

Foto: Ismael Herrero / dpa

Die Gefahren waren bekannt, doch niemand unternahm etwas. Zwei Drittel der Reifen sind bereits verbrannt. Und es ist noch nicht vorbei.

Madrid.  Das Feuer in Spaniens größter Reifendeponie wird wohl erst am Ende der kommenden Woche vollständig gelöscht sein. Drei Tage nach dem Ausbruch des Großbrandes im Süden von Madrid habe die Feuerwehr die Flammen unter Kontrolle gebracht, teilten die Umweltministerien der Regionen Madrid und Kastilien-La Mancha am Montag mit. In der Atemluft in der Umgebung der Deponie seien keine erhöhten Schadstoffwerte festgestellt worden.

Allerdings seien höhere Schichten der Atmosphäre durch den aufsteigenden Qualm verunreinigt worden. Die Bewohner einer Siedlung in der Kleinstadt Seseña, die eine Nacht bei Bekannten oder in Sporthallen hatten verbringen mussten, durften in ihre Wohnungen zurückkehren. Viele von ihnen zogen es nach Medienberichten jedoch vor, der Siedlung vorerst fernzubleiben.

Regionalregierungen nicht einig über Zuständigkeit

Das Feuer war am Freitag vermutlich durch Brandstiftung ausgelöst worden. Wegen des aufsteigenden giftigen Qualms wurde die Siedlung in Seseña mit etwa 6500 Menschen vorübergehend evakuiert. In der illegalen Deponie waren etwa fünf Millionen Autoreifen gelagert. Davon seien etwa zwei Drittel verbrannt, teilten die Ministerien mit.

Die spanische Presse warf den Behörden vor, die Warnungen vor den Umweltgefahren jahrelang ignoriert zu haben. Die Deponie war vor mehr als einem Jahrzehnt von der Justiz für illegal erklärt worden. Dass nichts zur Beseitigung der Reifen unternommen wurde, lag auch daran, dass die Deponie auf der Grenze zwischen Kastilien-La Mancha und Madrid liegt und die zuständigen Regionalregierungen sich nicht einigen konnten. (dpa)

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