Eurovision Song Contest

Jamie-Lee ist trotz des letzten Platzes beim ESC zufrieden

Schon wieder der letzte Platz: Die deutsche ESC-Teilnehmerin Jamie-Lee bekam nur elf Punkte. Bei der ARD gibt es Erklärungsversuche.

Das hat nicht so gut geklappt: Die deutsche ESC-Teilnehmerin Jamie-Lee kam nur auf elf Punkte und belegte den letzten Platz.

Das hat nicht so gut geklappt: Die deutsche ESC-Teilnehmerin Jamie-Lee kam nur auf elf Punkte und belegte den letzten Platz.

Foto: Britta Pedersen / dpa

Stockholm.  Zum zweiten Mal in Folge hat Deutschland beim Eurovision Song Contest den letzten Platz belegt. Die 18-jährige Jamie-Lee kam mit ihrem Song „Ghost“ nicht über einen Jury-Punkt (aus Georgien) und zehn Punkte beim Televoting hinaus. Das waren immerhin elf Punkte mehr als 2015. Doch ein Grund zu jubeln ist das sicherlich nicht.

Doch die Sängerin lässt sich vom letzten Platz beim Eurovision Song Contest die gute Laune offenbar nicht verderben. „Ich bin natürlich ein bisschen traurig (...), aber ich gebe mir selber nicht die Schuld dafür. Ich war sehr zufrieden mit meinem Auftritt und ich glaube, ich habe mir nichts vorzuwerfen“, sagte die 18-jährige Sängerin in der Nacht zum Sonntag im ARD-Interview.

Von ihrem Auftritt beim ESC in Stockholm vor 16.000 Zuschauern schwärmte sie: „Es war echt krass, wie die Leute abgegangen sind. Es war so eine coole Atmosphäre auf dieser Bühne. Es war einfach ein unglaubliches Erlebnis. Deswegen bin ich sehr stolz, dass Deutschland mich ausgewählt hat.“

„Unverständnis, dass ein Manga-Mädchen für Deutschland antritt“

„Ich hatte eine unglaublich geile Zeit“, sagte Jamie-Lee zu den Proben und dem gesamten Aufenthalt in Stockholm. „Ich bereue hier auf keinen Fall irgendwas. Wir haben soviel erlebt und soviel gearbeitet und soviel auch in der Freizeit miteinander gemacht, es war wirklich wie eine riesige Familie. Ich bin einfach nur froh, dass ich dabei war, auch wenn ich jetzt ganz hinten gelandet bin.“ Auf ihrer Facebookseite hatte sich die Sängerin noch in der Nacht geäußert.

Der ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber, der auch für den ESC zuständig ist, stärkte der 18-Jährigen den Rücken: „Jamie Lee ist eine besondere, liebenswerte junge Frau und eine wunderbare Sängerin. Ihr Auftritt war Eins A“, teilte er in einer schriftlichen Stellungnahme mit. Doch: „International und beim Publikum in allen Altersschichten ist es offenbar eher auf Unverständnis gestoßen, dass ein Manga-Mädchen aus Deutschland antritt“, fügte er als mögliche Erklärung für das schlechte Abschneiden an. Bereits im vergangenen Jahr hatte Deutschland mit der Sängerin Ann-Sophie auf dem letzten Platz beim ESC gelegen.

Smudo: „Skandal“

Smudo, Sänger und Texter der erfolgreichsten deutschen Hip-Hop-Band „Fantastische Vier“, zeigt sich fassungslos über den letzten Platz von Jamie-Lee im Finale des Eurovision Song Contest (ESC) in Stockholm. „Ich halte es für einen Skandal, dass man mit so einer Nummer und Künstlerin kaum Punkte bekommt und andererseits einige unbedeutende Beiträge so weit vorn lagen“, sagte der Rapper und Mentor von Jamie-Lee im Gespräch mit „Focus Online“.

Jamie habe es von der musikalischen und technischen Seite her nicht besser machen können. Auch die Sympathien habe sie gehabt. „Nur in der Punktvergabe hat es nicht gereicht“, sagte Smudo. Gemeinsam mit seinem Bandkollegen Michi Beck habe er das ESC-Finale im Ausland verfolgt und bei der Verkündung der Ergebnisse mitgelitten: „Wir saßen da wie zwei Häufchen Elend – in der Hoffnung, irgendwo muss doch noch ein Punkt herkommen“, berichtete er: „Wir fühlen uns da von unseren Fellow European States schon im Stich gelassen.“

Über neun Millionen Zuschauer

Die Sängerin Jamala sicherte sich mit dem Lied „1944“ 534 Punkte und holte den ESC-Sieg für die Ukraine.

Das fast vierstündige Eurovision Song Contest-Finale im Ersten hatte am Samstag im Schnitt 9,33 Millionen Zuschauer. Das ist nach NDR-Angaben vom Sonntag der beste Wert seit 2011, als Lena in Düsseldorf antrat. Der Marktanteil für das ESC-Finale aus Stockholm betrug insgesamt 36,8 Prozent. (mit dpa/epd)

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