Stockholm –

Video zeigt geheime Abstimmung der russischen ESC-Jury

Leon Scherfig

Stockholm.  Das war ein wenig zu viel der Transparenz für den Eurovision Song Contest. Ein Video, das Montagabend in Stockholm bei der Generalprobe zum Halbfinale entstanden ist, sorgt für Wirbel. Es zeigt, wie die russische Jury die Beiträge bewertet und die offiziellen Stimmzettel ausfüllt. Nach den Regeln des Veranstalters müssen aber sämtliche Juryvotings bis zum großen Finale am Sonnabend streng geheim bleiben, um eine mögliche Beeinflussung zu verhindern.

Das Video stellte Sängerin Anastasia Stotskaya ins Netz, die 2005 selbst an dem Wettbewerb teilnahm und dieses Jahr für Russland als Jurorin im Einsatz ist. Die inzwischen gelöschten Aufnahmen zeigen, wie Stotskaya und ihre Jurykollegen mit gezückten Kugelschreibern an einem Tisch sitzen, die Generalprobe verfolgen und kommentieren. Zwar tragen sie keinen Rang auf dem Stimmzettel ein, aber ein Plus oder Minus, das Tendenzen erkennen lässt.

Das Video beschäftigt nun die Europäische Rundfunk-Union (EBU), die die Regeln des Wettbewerbs verantwortet. Dort kündigte man an, Konsequenzen zu prüfen, etwa ob die russische Jury ausgewechselt wird.

Die Wertung für das Finale setzt sich zur Hälfte aus den Jurybewertungen und zur Hälfte aus den Zuschauerabstimmungen zusammen.

Den Russen gefiel übrigens besonders der Beitrag der Niederlande. Der Singer-Songwriter Douwe Bob bekam ein dickes Plus, ebenso Griechenland. Schlecht weg kommen dagegen Ungarn und Finnland.

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