Betrugsfall

Frau spielte Schwester von Germanwings-Opfer – Anklage

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Im März 2015 war die Germanwingsmaschine in Frankreich abgestürzt. Opfer-Angehörige trauerten einige Tage nach dem Absturz in der Nähe der Unglücksstelle. Eine 35-jährige Frau aus Nordrhein-Westfalen soll sich unter die Trauernden gemischt haben – unter falschem Vorwand allerdings.

Im März 2015 war die Germanwingsmaschine in Frankreich abgestürzt. Opfer-Angehörige trauerten einige Tage nach dem Absturz in der Nähe der Unglücksstelle. Eine 35-jährige Frau aus Nordrhein-Westfalen soll sich unter die Trauernden gemischt haben – unter falschem Vorwand allerdings.

Foto: Sebastien Nogier / dpa

Eine Frau aus NRW hat sich als Schwester eines Germanwings-Opfers ausgegeben. Nun muss die 35-Jährige deshalb in Köln vor Gericht.

Berlin.  Es ist an Dreistigkeit kaum zu überbieten, was sich eine 35-jährige Frau aus Beverungen (Nordrhein-Westfalen) erlaubt haben soll. Die zweifache Mutter soll der Lufthansa 2015 vorgegaukelt haben, sie sei eine Angehörige eines der Opfer der Germanwings-Katastrophe – und sich dann auf Kosten der Fluggesellschaft nach Südfrankreich fliegen lassen haben. Business-Class. Und das gleich zweimal. Deshalb muss sie sich nun vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft Köln hat Anklage wegen Betrugs gegen die Frau erhoben.

Die Lufthansa prüfte damals nach dem Absturz der Maschine aus Pietät keine Daten und flog die (vermeintlichen) Angehörigen der Opfer ohne bürokratische Hürden zur Unglücksstelle, bezahlte Unterbringung und Verpflegung. Im Fall der Beschuldigten sollen die Reisen insgesamt 15.600 Euro gekostet haben – 4600 Euro für die erste Reise, satte 11.000 für die zweite, weil die Beschuldigte mit ihren Kindern und einem Begleiter unterwegs gewesen sein soll, wie ein Sprecher des Kölner Amtsgerichts dem „Westfalen-Blatt“ sagte.

Trauer-Tattoo lässt Betrug auffliegen

So dreist der mutmaßliche Betrug, so skurril war die Art und Weise, wie er aufflog. Die Beschuldigte hatte sich den Namen Anke, die Flugnummer der verunglückten Germanwings-Maschine, die Zeit des Absturzes und die Koordinaten des Unglücksorts in den Nacken tätowieren lassen. Angeblich war das einem anderen Passagier auf einer ihrer Reisen aber komisch vorgekommen – schließlich soll die Frau zuvor behauptet haben, ihre verunglückte Schwester sei Stefanie, nicht Anke. Später, so das „Westfalen-Blatt“ weiter, soll auch der Tätowierer Anzeige erstattet haben. Er soll der Angeklagten aus Mitleid einen Teil des Preises für das Tattoo erlassen haben.

Der Germanwings-Flug 9525 war am 24. März 2015 auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf von Co-Pilot Andreas Lubitz zum Absturz gebracht worden. 150 Menschen kamen dabei ums Leben. (ba)

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