Verdacht

Steckt die RAF hinter einem Überfall in Hildesheim?

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In Hildesheim ranken sich Gerüchte um einen Überfall auf einen Geldtransporter. Angeblich könnten RAF-Leute dahinter stecken.

In Hildesheim ranken sich Gerüchte um einen Überfall auf einen Geldtransporter. Angeblich könnten RAF-Leute dahinter stecken.

Foto: iStock

Nach einem Überfall auf einen Geldboten verdächtigt die Polizei ehemalige RAF-Terroristen. Es wäre nicht der erste Fall dieser Art.

Hildesheim.  Nach einem gescheiterten Überfall auf einen Geldtransport in Hildesheim prüft die Polizei weiter, ob untergetauchte Terroristen der Rote-Armee-Fraktion (RAF) als Täter in Frage kommen. „Das ist eine mögliche Option von vielen“, sagte die Sprechern der ermittelnden Staatsanwaltschaft Hildesheim, Christina Pannek, am Dienstag. Konkrete Hinweise gebe es derzeit allerdings nicht.

Einen Medienbericht, wonach die Ermittler davon ausgehen, dass drei RAF-Terroristen für den Überfall verantwortlich seien, nannte Pannek „reine Spekulation“. Nach dem missglückten Raubüberfall auf einen Mitarbeiter einer Geldtransportfirma in einem Hildesheimer Supermarkt waren am Samstag drei Unbekannte ohne Beute geflüchtet.

Die Polizei untersuche, ob ein Zusammenhang mit zwei ebenfalls gescheiterten Überfällen auf Geldtransporter in Stuhr bei Bremen und in Wolfsburg besteht, sagte ein Sprecher. Mittels DNA-Spuren konnte nachgewiesen werden, dass bei den früheren Überfällen drei ehemalige RAF-Terroristen am Werk waren.

Beweise fehlen bisher

Zwischen den früheren Taten und dem Überfall in Hildesheim gebe es gewisse Parallelen, sagte der Sprecher. „In allen drei Fällen waren es Überfälle auf Geldboten. Es waren jeweils drei Täter. Und die Überfälle waren jeweils durchgeplant.“ Beweise dafür, dass auch in Hildesheim die früheren RAF-Terroristen am Werk waren, gebe es bislang aber nicht.

Nach dem Überfall im Sommer 2015 in Stuhr, bei dem drei Maskierte auf einen Geldtransporter geschossen hatten, fanden Experten am Tatort DNA-Spuren. Sie wurden den mutmaßlichen Ex-RAF-Mitgliedern Daniela Klatte, Ernst-Volker Staub und Burkhard Garweg zugeordnet. Diese sollen nach Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft 1993 einen Sprengstoffanschlag auf ein im Bau befindliches Gefängnis im hessischen Weiterstadt verübt haben. Sie sind seit Jahrzehnten untergetaucht.

Im vergangenen Dezember schlug das Trio in Wolfsburg vermutlich erneut zu. Es soll dort ebenfalls erfolglos einen Geldtransporter angegriffen und am Tatort DNA-Spuren hinterlassen haben. Die Ermittler gehen in beiden Fällen nicht von einem terroristischen Motiv aus. Vielmehr ging es den Tätern wohl ums Geld. (dpa)

Eine Karte zeigt die Tatorte in den bisherigen Fällen:


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