„Urlaubs-Check“

Münchner Polizei „wirbt“ bei Facebook für ihre Arrestzelle

Die Münchner Polizei sorgt bei Facebook für Lacher: Sie preist die Arrestzelle an wie ein Sternehotel – 360-Grad-Kamerasicht inklusive.

Mit einem 360-Grad-Panorama will die Münchner Polizei „Gäste“ in ihre Arrestzelle locken.

Mit einem 360-Grad-Panorama will die Münchner Polizei „Gäste“ in ihre Arrestzelle locken.

Foto: Polizei München / BGZ

München.  „Hat was von Bahnhofsklo mit Bett. Bekommt man wenigstens eine Decke?“ Berechtigte Frage, die ein Facebook-Nutzer da stellt, denn sonderlich einladend wirkt die „Urlaubs-Annonce“ der Münchner Polizei für ihre Arrestzelle tatsächlich nicht: „Anzahl der Sterne: 0. Weiterempfehlungsrate: 0%. Bettentyp: Sparta.“ Und als optischen Köder gibt es ein 360-Grad-Panorama vom Inneren der Zelle.

Das zeigt einen schmalen Raum mit weiß gefließten Wänden, fest verbauter Edelstahltoilette und einer kargen Holzpritsche. Die Verpflegung immerhin bekommt in dem Text nach Art einer Amazon-Verkaufsbeschreibung noch drei von fünf möglichen Punkten. In allen anderen Kategorien kann die staatlich geführte Unterkunft offenbar nicht viel: Ausstattung: null von fünf, kein Handy-Empfang und auch kein Parkplatz. Dafür gibt’s eine kostenlose Anwaltshotline, 24-Stunden-Rezeption und einen Weckservice.

Bei den Nutzern kommt der Jux bestens an

Mehr als 1800 likes hat der „Urlaubs-Check“ bekommen, seit ihn die Münchner Polizei am Dienstagabend gepostet hat (Stand Freitagmittag), hunderte Nutzer haben ihn geteilt oder kommentiert. Für die Pressestelle der Polizei fällt die Aktion wohl unter das Stichwort Prävention: „Sie werden es nicht glauben, aber Social Media ist unsere Arbeit“, schreiben die Beamten als Antwort auf die Frage, ob die Polizei nichts Besseres zu tun habe.

Bei den meisten Nutzern kommt die Aktion freilich gut an. „Sehr guter Facebookauftritt der Polizei München!“, schreibt einer. „Vielleicht schreckt es den ein oder anderen ab.“ Die Polizei München sei halt einfach „geil drauf“, meint ein anderer. Die meisten Kommentatoren steigen aber einfach ein in den Jux und fragen zum Beispiel, ob man dort auch rauchen dürfe (nein) oder was eine Nacht koste (bis zu 50 Euro). Nur an dem Namen „Haftanstalt“ müsste die Polizei nochmal feilen. (küp)