Ascheberg.

Bauer schrottet mit Trecker zehn Autos

Polizisten zerschießen Reifen, um wütenden Viehzüchter zu stoppen

Ascheberg. Eine Aktion des Veterinäramtes brachte ihn in Rage: Ein Bauer in Ascheberg im Kreis Plön (Schleswig-Holstein) hat mit seinem Trecker absichtlich zehn Autos angefahren und teilweise zerstört, darunter fünf Polizeiwagen. Einsatzkräfte der Polizei konnten den 53 Jahre alten Viehzüchter am Mittwoch erst stoppen, nachdem sie die Reifen seines Traktors zerschossen hatten, wie ein Sprecher der Polizeidirektion Kiel sagte. Auf Fotos ist zu sehen, wie ein Kastenwagen der Polizei auf dem Dach liegt, andere Autos sind zerdellt, aufgerissen. An der Schaufel des roten Treckers hängt eine Stoßstange.

Nach Informationen von NDR 1 Welle Nord wollten Veterinäre, die von Polizisten begleitet wurden, den Rindern auf dem Hof des Mannes Ohrmarken verpassen. Der 53 Jahre alte Bauer wollte dies nicht akzeptieren.

Insgesamt habe er fünf Polizeifahrzeuge, zwei Fahrzeuge von Veterinären, zwei Firmenfahrzeuge und einen Privatwagen zerstört. Bei der Festnahme wehrte sich der Bauer heftig. Er und ein Polizist erlitten dabei Verletzungen. Beide wurden in einem Krankenhaus ambulant behandelt, sagte Polizeisprecher Oliver Pohl.

Der Einsatz auf dem Bauernhof begann gegen 7.40 Uhr. Die Polizei wurde vom Veterinäramt zur Unterstützung angefordert. Knapp viereinhalb Stunden später tauchte der Landwirt mit seinem Traktor auf und begann seine Amokfahrt. Er fuhr sofort auf ein Polizeifahrzeug los und schob es zur Seite. Der Bauer hatte dazu auf seinem Frontlader einen Silageballen geladen, mit dem er das Fahrzeug eindrückte. In dem Wagen saßen zwei Beamte, die unverletzt blieben. Dann beschädigte er die weiteren Wagen. Die Staatsanwaltschaft Kiel übernahm die Ermittlungen. Sie prüft, ob sie die Aktion als versuchtes Tötungsdelikt wertet.