Reisepanne

Eurowings-Passagiere sitzen seit 30 Stunden in Thailand fest

Die Reise Hunderter Urlauber endete in Warterei: Sie sitzen in Thailand fest und ärgern sich über Eurowings – und Informationsmangel.

Ein Airbus A330 der Eurowings am Flughafen Köln/Bonn. In Thailand sitzen derzeit Hunderte Passagiere fest, die mit der Airline zurück nach Deutschland fliegen wollten.

Ein Airbus A330 der Eurowings am Flughafen Köln/Bonn. In Thailand sitzen derzeit Hunderte Passagiere fest, die mit der Airline zurück nach Deutschland fliegen wollten.

Foto: © Wolfgang Rattay / Reuters / REUTERS

Phuket/Köln.  Eigentlich sollten die etwa 300 Eurowings-Passagiere schon am Dienstagmorgen zurück nach Deutschland fliegen. Aber sie sitzen noch immer am Flughafen im thailändischen Phuket fest – seit mehr als 30 Stunden. Wann ihr Flug startet, wissen die Urlauber noch immer nicht. „Heute geht es jedenfalls nicht mehr weiter“, sagt Nadine aus Bochum, die mit ihrem Mann dort festsitzt. Für Wut sorgt bei ihr vor allem das Verhalten der Airline Eurowings.

„Es wird nichts kommuniziert, die Zustände sind unzumutbar. Essen und Trinken sind Mangelware“, sagt Nadine. Auf der Facebook-Seite von Eurowings stapeln sich die Beschwerden. „300 Menschen stehen in Phuket am Flughafen und werden seit 26 Stunden hingehalten. Ich erwarte von Ihnen eine sofortige Stellungnahme. Wie oft wollen Sie uns noch hinhalten? Alle wollen nach Hause und niemand kann hier Aussagen machen. Das Internet hat mehr Auskunftskraft als das Bodenpersonal“, beschwert sich etwa Ann-Christin Miller. Und Jonas Strappen schreibt: „Es ist momentan völlig unklar, ob die Techniker das Problem an der Maschine bis morgen lösen können – und das ist absolut inakzeptabel.“ Für besonders großen Ärger sorgt auch das Hotel in dem die Fluggäste wegen der Verzögerung untergebracht wurden.

Eurowings-Passagiere in „schimmeligem“ Hotel untergebracht

„Wir mussten in einem schimmeligen Hotel übernachten“, beschwert sich Bochumerin Nadine. Und auch Rene Hopp schreibt auf der Facebook-Seite der Eurowings von einem „versauten Hotel“, in dem man zwischen Schimmel und Dreck nicht mehr unterscheiden könne. Zahlreiche Fotos untermauern die Vorwürfe.

Ein Sprecher von Eurowings versicherte gegenüber unserer Redaktion schnelle Abhilfe: „Wir buchen die Passagiere jetzt auf Flüge anderer Airlines um. Selbstverständlich auf unsere Kosten“, sagt Eurowings-Sprecher Heinz-Joachim Schöttes. Technische Probleme würden einen kurzfristigen Start der eigenen Maschine verhindern: „Wir hatten zunächst Probleme mit einem Geschwindigkeitsmesser, der gewechselt werden musste. Deshalb konnte die Maschine am Dienstag nicht starten.“ Das betroffene Gerät sei ausgewechselt worden, am Mittwoch habe es aber neue Probleme gegeben: „Die Techniker haben ein Problem mit der Hilfsturbine festgestellt“, so Schöttes.

Eurowings will „Schimmel-Hotel“ nicht mehr buchen

Ein Kommunikationsproblem sieht Schöttes vor Ort aber nicht: „Wir haben so gut wie möglich informiert und auch Informationsveranstaltungen abgehalten.“ Für das Horror-Hotel seien Mitarbeiter vor Ort verantwortlich: „Gemäß unserer Richtlinien wurde ein Vier-Sterne-Hotel gebucht.“ Dass das Hotel seine offiziellen vier Sterne nicht verdient hat, hätten die Eurowings-Mitarbeiter allerdings wissen können. Beim Reiseportal „Tripadvisor“ beschwerten sich schon im Oktober 2011 Hotelgäste über Schimmel in den Zimmern. Schöttes versicherte allerdings, dass die Passagiere die weitere Wartezeit in anderen Hotels verbringen würden. Manches deutet auch darauf hin, dass Eurowings bei der internen Kommunikation Probleme hat. So sagte das Unternehmen einem Betroffenen per Facebook, die Eurowings-Mitarbeiter würden vor Ort über das weitere Vorgehen informieren. Die wütende Antwort des Kunden: „Nein, werden sie nicht. Hier in Phuket verweist Eurowings auf Köln.“

Airline kämpft schon länger mit Problemen

Schon im Januar hatte Eurowings massive Probleme. Ein Flug von Kuba nach Köln/Bonn startete damals mit 70-stündiger Verspätung. Schuld waren ebenfalls technische Probleme. Letztlich musste Eurowings eine Maschine chartern, um die betroffenen Passagiere nach Hause zu bringen. Eine Untersuchung des Flugrechte-Dienstleisters Fairplane ergab außerdem, dass im November und Dezember 2015 mehr als jeder dritte Eurowings-Flug Verspätung hatte. Die durchschnittliche Verspätung lag bei 5,8 Stunden.

Luftfahrt-Experten hatten in der Vergangenheit immer wieder die kleine Langstrecken-Flotte von Eurowings bemängelt. Sie umfasst lediglich drei Flugzeuge. Damit könne man nur sehr schwer auf eventuelle Probleme reagieren, so die Kritiker.