Raumfahrt

Milliardär Elon Musk plant seine erste Mars-Mission für 2018

„SpaceX“ beeindruckte zuletzt mit wiederverwendbaren Raketen. Nun peilt das Raumfahrt-Unternehmen von Milliardär Elon Musk den Mars an.

So stellt sich ein Grafiker von „SpaceX“ die erste Mars-Mission des Raumfahrt-Unternehmens vor: die Sonde „Dragon“ nach der Landung auf dem Roten Planeten.

So stellt sich ein Grafiker von „SpaceX“ die erste Mars-Mission des Raumfahrt-Unternehmens vor: die Sonde „Dragon“ nach der Landung auf dem Roten Planeten.

Foto: HANDOUT / REUTERS

Berlin.  Elon Musk hat in seinem Leben schon so manchen Senkrechtstart gemeistert. Nun will er mit seinem Raumfahrt-Unternehmen „SpaceX“ in neue Sphären vordringen. Via Twitter kündigte der Firmenchef an, 2018 eine erste unbemannte Mars-Mission starten zu wollen. Eine derartig komplizierte Raumfahrt-Mission, komplett in der Hand eines privaten Unternehmens: ein Novum. Wie so vieles, das „SpaceX“ so treibt.

Gerade mal 14 Jahre alt ist „SpaceX“. 2008 war sie die erste Firma, der es gelang, eine vollständig privat finanzierte Flüssigtreibstoffrakete in den Orbit zu bringen. Triebwerke, Raketen, Transportkapseln – das Meiste, das das Unternehmen aus dem kalifornischen Hawthorne ins All schickt, ist eigens entwickelt. Zahlreiche Satelliten wurden von „SpaceX“ schon ins All geflogen, seit 2012 übernimmt die Firma Versorgungsflüge zur Internationalen Raumstation ISS. Aufträge, die mehrere Milliarden Dollar einbrachten. Im Vergleich kostet dabei jeder Start nur rund ein Drittel von dem, was staatliche Raumfahrbehörden dafür ausgeben. Wie die US-Behörde Nasa etwa, die gut viermal älter ist als das Unternehmen von Elon Musk. Wie gesagt: Der Mann kann Senkrechtstarts.

Der Sohn eines südafrikanischen Ingenieurs und eines kanadischen Models ist studierter Ökonom und Physiker. Sein Promotionsstudium brach er allerdings nach wenigen Tagen ab – um erfolgreich zu werden. 1995 gründete er sein erstes Internet-Unternehmen, das er 1999 für über 300 Millionen Dollar verkaufte. Mit dem neuen Kapital gründete er die Firma „X.com“, die kurz darauf mit Paypal fusionierte und Ebay zwei Jahre später 1,5 Milliarden Dollar wert war. 2002 war das, dem Gründungsjahr von „SpaceX“.

Komplizierte Technik soll günstiger werden

Mittlerweile ist Musk auch Teilhaber und/oder Chef von einigen Firmen, die sich mit der Technologie von übermorgen beschäftigen. Bei Tesla Motors zum Beispiel, dem Hersteller der bis jetzt fortschrittlichsten Elektroautos, bei einem Solar-Energie-Dienstleister, einem Entwickler für künstliche Intelligenz und auch bei Hyperloop, das an einem Transportsystem arbeitet, das Menschen in Transportkapseln durch riesige Vakuumröhren schießen will – mit über 1200 km/h. Eine Reise von Berlin nach München würde damit nur ungefähr 40 Minuten dauern.

Musks Ziel: Komplizierte Technik möglichst günstig zu machen, erschwinglich für jedermann. Dass das alles nicht nur Augenwischerei ist, zeigte sich unter anderem bei Tesla: Mitte 2014 gab die Firma alle Patente frei, um Elektromobilität weltweit zu fördern. Dafür ging er, auch mit „SpaceX“, schon hohe Risiken ein, stand mehrfach kurz vor der Pleite. Er hat sich immer wieder gefangen.

Den letzten großen Durchbruch konnte Musk im Dezember 2015 feiern: Nach dem Start einer (natürlich von „SpaceX“ konzipierten) „Falcon 9“-Rakete gelang es erstmals, die erste Raketenstufe nach dem Flug in den Orbit sicher auf der Erde zu landen. Triebwerke und andere teure Bauteile sollen damit wiederverwendbar gemacht werden – und die ohnehin schon relativ günstige Raumfahrt von „SpaceX“ noch günstiger.

Und nun soll es der Mars sein – und noch mehr: Musks Vision ist nicht weniger als die Kolonialisierung des Roten Planeten. So sollen die nun ab 2018 angekündigten Starts auch Vorlauf für spätere bemannte Missionen sein. 2014 wies die Nasa „SpaceX“ bereits an, seine Konzepte für bemannte Missionen umzusetzen – ein Auftrag in Höhe 2,6 Milliarden Dollar. 2017 soll der erste bemannte „SpaceX“-Flug zur ISS abheben.

„Technologie wird die Menschheit retten, weil sie mit ihrer Hilfe zu anderen Welten aufbrechen kann“, hat Musk einmal gesagt. Und es scheint so, angesichts des Tempos und der Vehemenz, mit der der 44-Jährige Innovationen hervorbringt, als ob er erst zufrieden ist, wenn der erste Mensch im Hyperloop fährt. Von Mars-Kolonie zu Mars-Kolonie.