Studie

Stress durch TV und Computer macht Grundschüler krank

Konzentration schwach, Verhalten auffällig – viele Lehrer machen sich große Sorgen um die Grundschulkinder. Aber auch um sich selbst.

Schlechte Konzentration bei Grundschülern kann ein Zeichen von Reizüberflütung sein. das zeigt eine am Dienstag vorgestellte Studie.

Schlechte Konzentration bei Grundschülern kann ein Zeichen von Reizüberflütung sein. das zeigt eine am Dienstag vorgestellte Studie.

Foto: DAK / BM

Berlin.  Gesundheitliche Probleme bei Grundschülern haben in den vergangenen zehn Jahren stark zugenommen. Das ist das zentrale Ergebnis einer repräsentativen Lehrerbefragung des Forsa-Instituts im Auftrag der DAK-Gesundheit. Auch viele Lehrer sind der Studie zufolge belastet und befürchten deshalb, bereits vor dem Pensionsalter aus dem Beruf ausscheiden zu müssen, wie die DAK am Dienstag in Berlin mitteilte.

Hauptergebnisse der Studie, für die 500 Lehrkräfte im gesamten Bundesgebiet befragt wurden, sind nach Angaben der DAK: Rund 70 Prozent der Lehrer stellten einen Anstieg von Gesundheitsproblemen bei den Schülern fest. So leiden immer mehr Kinder an Konzentrationsproblemen – dieser Meinung sind mehr als 50 Prozent der Lehrkräfte. Außerdem beobachteten die Lehrer einen starken Anstieg von Schülern mit Verhaltensauffälligkeiten (45 Prozent), motorischen Defiziten (36 Prozent) und psychosomatischen Beschwerden (27 Prozent).

PC und Fernsehen als Stressfaktor Nummer eins

Laut DAK-Studie hat auch die Stressbelastung der Kinder stark zugenommen. Die überwiegende Mehrheit der Lehrer (91 Prozent) bezeichnete die mediale Reizüberflutung durch Fernsehen und Computer als Stressfaktor Nummer eins. Auch Erwartungsdruck seitens der Eltern ist aus Sicht von 83 Prozent der Lehrkräfte Auslöser für Stress bei den Schülern.

Die meisten Lehrkräfte (87 Prozent) gaben an, mit ihrem Beruf zufrieden zu sein. Doch die gesundheitliche Belastung ist hoch: Jeder Vierte macht sich sehr große oder große Sorgen, dass er aufgrund der körperlichen und psychischen Berufsanforderungen vorzeitig in den Ruhestand gehen muss. Als besonders belastend bezeichneten die befragten Lehrer den Umgang mit verhaltensauffälligen Schülern (64 Prozent), Lärm (61 Prozent) und fehlende Erholungspausen im Schulalltag (54 Prozent).

„Unsere Studie zeigt, dass Gesundheitsförderung in der Schule dringend nötig ist“, kommentierte DAK-Chef Herbert Rebscher die Ergebnisse. Die DAK-Gesundheit ist mit rund sechs Millionen Versicherten eine der größten gesetzlichen Kassen in Deutschland. (epd)