Requisiten

James-Bond-Ausstellung in Paris: Stilvoll die Welt retten

Eine Ausstellung in Paris zeigt Mode und Design der berühmten Filme mit dem Agenten James Bond. Über 500 Requisiten sind zu sehen.

Wie in „Casino Royale“: Die Große Halle der Pariser Ausstellungshalle „La Villette“ wird zum Spielcasino.

Wie in „Casino Royale“: Die Große Halle der Pariser Ausstellungshalle „La Villette“ wird zum Spielcasino.

Foto: Christophe Petit Tesson / dpa

Paris.  Die ersten Schritte in das Halbdunkel der Pariser Ausstellungshalle La Villette lösen bei vielen Besuchern Verblüffung aus: Selbst eingefleischte 007-Fans hatten wohl nicht erwartet, so unmittelbar in die Welt von James Bond katapultiert zu werden. Dort steht der makellose Aston Martin DB 10, den Daniel Craig 2015 als jüngste Verkörperung des Geheimdienstagenten in dem Film „Spectre“ in den Fluten des Tibers versenkte. Jetzt steht er hier, wieder aufgetaucht.

Gut möglich, dass bei den Dreharbeiten zu „Spectre“ mehr als nur ein Modell des Autos zum Einsatz kam. Budgetprobleme jedenfalls scheinen die Produktionsgesellschaft Eon Productions, die seit den 60er-Jahren alle Filmrechte an der von dem Briten Ian Fleming erschaffenen Romanfigur hält, nie wirklich geplagt zu haben. Das jedenfalls legt seit dem vergangenen Wochenende die sehenswerte Ausstellung „50 Jahre im Stil von Bond“ nahe, die mit rund 500 Requisiten aus dem Fundus des Unternehmens bestückt ist. Das Ausgefallendste, das Beste, das Feinste war eben immer nur gerade gut genug für den Gentleman und Herzensbrecher, der im Auftrag des MI6 den schlimmsten Schurken die Hölle heiß macht.

Schon der mannshohe Pistolenlauf, den es am Anfang des Rundgangs durch das mittlerweile in 24 Filmen ausgebreiteten Bond-Universums zu durchschreiten gilt, macht deutlich, dass den Besucher keineswegs eine simple Vitrinenschau erwartet. Vielmehr stolpert er beinahe über die Nachbildung des mit Gold überzogenen Bondgirls Jill Masterson („Goldfinger“, 1964). Der hohe Wiedererkennungseffekt ist einer der größten Trümpfe dieser Ausstellung, ganz gleich, ob man auf einmal im Chefbüro von M oder im Labor von Q steht.

Heute sind Pager und Autotelefon schon wieder verschwunden

Und was wäre Bond ohne seinen Smoking? In puncto zeitloser Eleganz ist dieser Agent fraglos eine Klasse für sich. Wobei er in den für Sean Connery, Roger Moore, Pierce Brosnan oder Daniel Craig von bekannten Modeschöpfern maßgeschneiderten Anzügen einfach eine verdammt gute Figur abgeben musste. Ein noch größerer Hingucker ist freilich die Garderobe der Bondgirls. Das schwindelerregende Dekolleté jener roten Robe, die Sophie Marceau 1999 als Electra King trug („Die Welt ist nicht genug“) als gewagt zu bezeichnen, ist Untertreibung. Ähnliches gilt selbst ein halbes Jahrhundert später für den Bikini, der 1962 Ursula Andress als dem Wasser entsteigende Muschelfischerin Honey Ryder ins rechte Licht rückte („James Bond jagt Dr. No“).

Doch zurück zu Q und seinen technischen Spielzeugen: Einige von diesen Accessoires wie Pager oder Autotelefone waren schon vor Jahren Standard. Doch als sie als Weltneuheiten in einem Bond-Film auftauchten, sorgten sie für Furore. Mit anderen aus Q’s Bastelkammer stammenden Errungenschaften hingegen ließe sich nach wie vor eine Menge Unfug anrichten. Als Beispiel seien hier nur seine hochexplosive Zahnpasta genannt oder der legendäre Aston Martin DB 5 mit Schleudersitz („Skyfall“, 2012). Die Action-Szenen aus den Bond-Filmen findet sich an den Wänden der Villette-Halle wieder: Dort rettet 007 permanent auf Großbildschirmen die Welt vor ihrem Untergang. Vor diesem Hintergrund würde man sich im nachgebildeten Casino am liebsten auf einen freien Stuhl an den Spieltisch setzen, hohe Summen setzen und einen Wodka-Martini ordern. Und bitte: niemals „gerührt“.